Weitere juristische Runde im Ringen um Dresdner Welterbe

Dresden - Das juristische Ringen um die Waldschlößchenbrücke im Dresdner UNESCO-Welterbe geht in eine neue Runde. Das Dresdner Verwaltungsgericht verhandelt am Donnerstag öffentlich die Klagen dreier Umweltverbände gegen die umstrittene Flussquerung, die seit November 2007 gebaut wird.

Wegen des 160 Millionen Euro teuren Bauprojekts droht dem Dresdner Elbtal die Aberkennung des Welterbetitels der UN-Kulturorganisation. Im Hauptsacheverfahren kommen nun erstmals die planungsrechtlichen Grundlagen für den Brückenbau vor Gericht.

Bei den Klagen von Grüne Liga Sachsen, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und Naturschutzbund Deutschland geht es im Wesentlichen um naturschutzrechtliche Belange. Insbesondere werden die Lebensbedingungen der bedrohte Fledermausart Kleine Hufeisennase und deren mögliche Gefährdung durch die Brücke zur Sprache kommen. Dazu sollen auch Gutachter gehört werden.

Die Einwände der Umweltschützer drehen sich nach Angaben des Berliner Rechtsanwalts Remo Klinger nicht nur um Libellen, Schmetterlinge oder die Fledermaus. Gegenstand seien vor allem Verfahrensfehler. Bei der Planfeststellung durch das Regierungspräsidium (RP) Dresden sei außerdem die nötige Abwägung zwischen der Brücke und einem Tunnel versäumt worden. Die Antragsteller hoffen indes erneut auf die Kleine Hufeisennase. Sie hatte im August 2007 schon einmal den Baubeginn verzögert. Der Baustopp wurde zwei Monate später vom OVG aufgehoben. Inzwischen sind die Fundamente für die Stützpfeiler der Brücke gegossen.

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