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Der Welfenschatz wurde unter höchsten deutschen Kulturschutz gestellt.

Berliner Attraktion

Welfenschatz unter deutschen Kulturschutz gestellt

Berlin - Der jahrelang umstrittene Welfenschatz, einer der wertvollsten Kirchenschätze des Mittelalters, darf nicht mehr aus Deutschland ausgeführt werden.

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, sagte der Deutschen Presse-Agentur, Berlin habe die weltberühmten Goldreliquien in das Verzeichnis des national wertvollen Kulturguts eingetragen. „Die Eintragung ist das richtige Signal. Es geht letztlich um das Bewahren von Kulturerbe“, so Parzinger. Der Welfenschatz ist die Hauptattraktion des Berliner Kunstgewerbemuseums. Erben jüdischer Kunsthändler hatten jahrelang Anspruch auf die Schätze erhoben, der Fall ist noch nicht abschließend geregelt.

Hintergrund: Der Welfenschatz

Der Welfenschatz wurde ursprünglich für den Braunschweiger Dom zusammengetragen. Die Goldschmiedearbeiten aus dem 11. bis 15. Jahrhundert gelangten 1671 in den Besitz des Welfenhauses, des ältesten Adelsgeschlechts Europas.

1929 verkaufte Herzog Ernst-August von Braunschweig-Lüneburg 82 Stücke an ein jüdisches Händlerkonsortium. Sechs Jahre später - 1935 - erwarb der Staat Preußen über die Dresdner Bank etwa die Hälfte der Kunstschätze für das Schlossmuseum, das heutige Kunstgewerbemuseum in der Nähe des Potsdamer Platzes in Berlin.

Neben dem Pergamon-Altar und der Büste der Nofretete gehört der Welfenschatz heute zu den Hauptattraktionen der Berliner Museen. Herausragende Stücke sind etwa das berühmte Welfenkreuz, der Eilbertus-Tragaltar und das Kuppelreliquiar.

dpa

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