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Weltkino mit rabenschwarzem Humor

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Von: Katja Kraft

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Zum Start geht „Mackie Messer“ um: Mit „Brechts Dreigroschenfilm“ von Joachim A. Lang eröffnet am 28. Juni das Münchner Filmfest. Diese Vorstellung ist nur für geladene Gäste; weitere Vorstellungen sind am 29. Juni sowie am 7. Juli. © Foto: Verlag

158 Produktionen aus 43 Ländern sind beim Münchner Filmfest vom 28. Juni bis 7. Juli zu sehen – der Vorverkauf hat begonnen.

Filmfeste gibt’s inzwischen an jeder Autobahn-Ausfahrt, hat einmal ein gehässiger Cineast gesagt. Da ist etwas Wahres dran: Allein in Deutschland laden jährlich 400 Festivals Kinobesucher zum gemeinsamen Leinwand-Vergnügen. Warum das Filmfest München aus der großen Masse heraussticht? „Weil wir eins der größten Sommerfestivals in Deutschland sind – Sommer, Sonne, München, da kann man schwer widerstehen“, sagt Festivalleiterin Diana Iljine. Und bei dem Programm, das sie mit ihrem Team für die Zeit vom 28. Juni bis 7. Juli wieder auf die Beine gestellt hat, erst recht nicht. 158 Filme aus 43 Ländern werden aus unterschiedlichen Perspektiven zeigen, was die Gesellschaft bewegt.

Was besonders auffällt: Das Weltkino wird immer witziger, immer schräger. Je düsterer die Realität, mit desto mehr rabenschwarzem Humor gehen gerade die jungen internationalen Regisseure an die Themen heran. Stellen fröhlich Geschlechterrollen völlig auf den Kopf, erfinden gar ganz neue Zusammenlebensformen. Und finden zurück zu den Wurzeln, raus aus den Städten, weg vom urbanen Chaos. Zurück zur Natur! „Und trauen sich die absurdesten Genre-Mischungen zu“, erzählt Iljine.

Klar, dass die Leiterin auch ihre Tochter wieder für den ein oder anderen Film begeistern möchte. „Doch mit ihren 17 Jahren kommt von ihr immer als Erstes die Frage: ,Gibt’s da auch ’ne Party?‘“ Aber hallo gibt’s die! Und das wie gewohnt an jedem Abend überall in der Stadt. „Wir machen Festivals, weil sie – vielleicht mehr denn je – gebraucht werden. Als Ort der Begegnung und Plattform für Diskurse.“ Hier können Fans ungezwungen die Schauspieler kennenlernen, die sie eben noch auf der Leinwand sahen. Darunter heuer auch so große Namen wie Emma Thompson und Terry Gilliam. Die britische Schauspielerin und der US-amerikanisch-britische Regisseur und Mitbegründer von Monty Python werden beide mit einem CineMerit Award ausgezeichnet.

Weiterer Höhepunkt: Im Rahmen des Faust-Festivals wird am 27. Juni um 20 Uhr F.W. Murnaus Stummfilmklassiker „Faust – eine deutsche Volkssage“ im Gasteig gezeigt. Der Clou: Die Filmmusik von Bernd Schultheis werden die Münchner Symphoniker live spielen. Großes Kino, großer Genuss.

Das Filmfest München

steigt vom 28. Juni bis 7. Juli in München. Alle Spielorte, das Programm und Tickets gibt’s im Internet unter www.filmfest-muenchen.de.

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