Wenn Räume hinter den Bildern sichtbar werden

- So atmet ein Bild. In der Ausstellung "Tableau" zeigen neun Künstler, wie mehrteilige Werke - fotografiert, gemalt oder gezeichnet - auf ganz unterschiedliche Art und Weise mit dem Betrachter und miteinander in Kommunikation treten können. Dabei variiert die Herangehensweise an das sehr offen gehaltene Thema: Es lässt den Künstlern die Freiheit der individuellen Komposition.

<P>Tim Maguire stellt einem Einzelbild mit taunassen Trauben eine Gruppe von Drucken mit Detailausschnitten gegenüber. Scheinbar willkürlich nuanciert und angeordnet, unterbrechen sie den Sehfluss des Betrachters, der versucht, den Bezug zwischen Original an der rechten und Kopien an der linken Wand festzustellen. Mojé Assefjah orientiert sich in ihrer Malerei an der italienischen Frührenaissance, experimentiert mit verschiedenen Formen und Größen für ihre abstrakten, pastellfarbenen Motive. </P><P>Ob Kapuzenjacken oder Ludwig I. - in den Arbeiten von Andreas Bärnthaler und Rudolf Bonvie sucht der Betrachter vergeblich nach Gesichtern im vertrauten Kontext. Die Fotos von Klaus von Gaffron oder Ottmar Hörl entfremden die bekannte Umgebung durch das Spiel mit den Möglichkeiten der Kamera. Die Botschaft jedoch ist immer dieselbe: die Aufforderung, das Gesehene zu hinterfragen - und auch das, was im Verborgenen bleibt. Beim Wandern von einem Bildteil zum anderen wird manchmal erst durch den Rückbezug auf das erste Motiv der Inhalt der übrigen deutlich. </P><P>In der Kombination ergeben Ausschnitte überraschend neue, ornamentale Formen, nur um dann wieder in ihrer Gleichmäßigkeit gebrochen zu werden. Vorbilder der mehrteiligen Werke sind Diptychen und Triptychen, Altäre, in denen ein Bild dem anderen etwas erzählt. Dies sieht der Leiter des BBK (Berufsverband Bildender Künstler), Klaus von Gaffron, auch als Konzept der gesamten Ausstellung: Sofern der Betrachter bereit sei, feststehende Definitionen, ja: Identitäten aufzugeben, könnten - durch den Zusammenhang - Räume hinter den Bildern sichtbar werden. Die Galerie der Künstler ihrerseits gibt den teilweise sehr massiven und dichten Bildern viel Raum zum Atmen. Und deswegen sprechen sie so gut. </P><P>Teresa Grenzmann Bis 2. April 2004, Galerie der Künstler (Maximilianstr. 42). <BR>Katalog erst zur Finissage. Tel. 089/ 21 99 600. </P>

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