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Das sind Tuó: Oda Tiemann (li.) und Tasmin Gutwald machen Musik – nicht nur auf der Strecke der S7 zwischen Wolfratshausen und München.

Tasmin Gutwald und Oda Tiemann sind das Duo Tuó

Zum Reinhören:  Duo Tuó probt am liebsten in der S-Bahn

Tasmin Gutwald und Oda Tiemann, 16 Jahre alte Realschülerinnen aus Wolfratshausen, sitzen in der S-Bahn Richtung Münchner Innenstadt, leicht müde, leicht grübelnd – über den Vorbereitungen zu einem Physik-Referat. Normalerweise ist eine Fahrt mit der S7 ein Erlebnis, jedenfalls wenn Oda und Tasmin unter den Fahrgästen sind.

Dann erklingen Gitarre und Djembe-Trommel im Waggon, die Mitfahrenden lauschen den schönen Stimmen der beiden Musikerinnen, die sich den Bandnamen Tuó gegeben haben.

Es macht einfach Spaß, dem Duo zuzuhören, der aktuelle Erfolg ist daher logische Konsequenz: Die musikalische Qualität der Mädchen ist unbestritten, der Plattenvertrag bereits unterschrieben, im Herbst erscheint das Debütalbum, und regelmäßige Auftritte in München und seinem Umland gehören mittlerweile zur Normalität.

Steht ein Konzert an, proben die Neuntklässlerinnen eben im Zug – zur Freude der anderen Fahrgäste: „Ein Mann hat uns für seine schönste S-Bahn-Fahrt seit Jahren gedankt“, sagt Oda, die mit ihrer Freundin noch nie so viele Visitenkarten verteilt hat wie in der S7. Ihre gerade erschienene Maxi-CD „Walk on Silence“ haben die geschäftstüchtigen Mädchen sowieso immer dabei: Poppiger Folk mit Akustikgitarre und Djembe ist darauf zu hören, dazu ihr zweistimmiger, englischer Gesang.

Heute aber ist es still im Zug: Physik statt Musik beschäftigt die beiden. Magnetismus ist das Thema. Trotz ihrer zahlreichen Konzerte (etwa zwei pro Woche), einigen Videodrehs, Studio-Aufnahmen und Interviews sagen Oda und Tasmin: „Die Schule hat Vorrang. Wir mussten sogar mal ein Konzert absagen wegen einer Schulaufgabe.“ Sie lernten einander vor zweieinhalb Jahren in der Schule kennen und begannen zu musizieren. Die Chemie zwischen ihnen – um bei den Naturwissenschaften zu bleiben – stimmte sofort.

„Das Ganze hat uns ziemlich überrascht, und daher freuen wir uns über alles, was wir als Band erleben“, strahlt Oda. Und Tasmin ergänzt: „Wir haben überhaupt keinen Druck und können uns Zeit lassen.“ Das ist nicht selbstverständlich im heutigen Musikgeschäft. Tasmin und Oda richteten eine Internetseite ein – so wurden sie entdeckt.

Unterstützung bekommen die Teenager von Eltern und Schule: „Die sind total stolz auf uns und besuchen auch unsere Konzerte“, sagt Tasmin. Einen Auftritt von Tuó sollte man sich nicht entgehen lassen. Nicht nur, weil sie zwischen herrlichen Balladen und energischen Klängen balancieren, sondern auch, weil die Professionalität beeindruckt: „Auf der Bühne vergessen wir die Leute. Ich bin bis zum zweiten Lied nervös, danach ist alles okay. Wenn ich zu weit von Tasmin wegsitze, kriege ich aber die Krise“, meint Oda. „Zu zweit haben wir Gewissheit“, ergänzt Tasmin.

Das gilt nicht nur für die Zeit auf der Bühne, sondern auch in der Schule: Und jetzt muss das Physik-Referat fertig werden.

Barnabas Szöcs

Hier können Sie sich die Musik von Tuó anhören

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