Wenn man Weihnachtspusteln hat - Kinderbücher I

- Die Weihnachtszeit ist die Zeit der großen Spielzeugträume. Kaufhäuser werben mit bunten Prospekten voller neuester Puppen und elektronischer Geräte. Bücher haben es neben diesen Verheißungen manchmal schwer auf dem Gabentisch. Aber wenn sich erst einmal in einer ruhigen Vorlese- oder Blätterstunde ihre Deckel öffnen und eine ganz eigene, fantasievolle Welt aus ihren Seiten steigt, dann kann ihnen kaum mehr etwas Konkurrenz machen.

Besonders plastisch wird die Geschichte von der "Geburt Jesu" in Francesca Crespis wunderbarem Aufklappbuch. Von der Verkündigung über Herbergssuche, Geburt im Stall, den Jubel der Hirten bis zur Anbetung durch die Heiligen Drei Könige reichen die teils beweglichen, dreidimensionalen Darstellungen, die kleinen Bühnenmodellen ähneln. In einfachen Worten wird dazu die Weihnachtsgeschichte erzählt (Lahn-Verlag, Limburg-Kevelaer; 12,90 Euro).

Eine Art Adventskalender ist das Märchen "Die Christrose" von Sepp Bauer. Es beginnt allerdings erst am 6. Dezember: Da erfahren Fritz und Gretl, wie schwer krank ihr Vater ist. Der Nikolaus rät ihnen, von König Winter eine heilende weiße Rose zu holen. Tag für Tag erzählt das Buch von den Schwierigkeiten der Reise, bis die beiden Kinder am 24. Dezember das schönste Weihnachtsfest ihres Lebens feiern können. Wiederaufgelegt wurde das Märchen mit den Original-Illustrationen der Grafikerin Else Wenz-Viëtor von 1920 (Lappan Verlag, Oldenburg; 9,95 Euro).

Weit bringt es auch der rote, bärtige Nachwuchs in "Der kleine Weihnachtsmann reist um die Welt". Zu verdanken hat das clevere Kerlchen dieses Abenteuer den Weihnachtspusteln, die alle seine älteren Kollegen befallen haben. Nur er und der Oberweihnachtsmann sind noch gesund, aber zu wenige, um die ganze Welt zu bescheren. Weshalb der kleine Weihnachtsmann kurzerhand seine Klientel, die Tiere, bittet, beim Verteilen der Geschenke an die Menschen zu helfen. Und so reisen Elch, Hase und Weihnachtsmann zur Zufriedenheit aller vom Eiffelturm zum Canal Grande und unter der Tower-Brücke hindurch (Hanser Verlag, München; 12,90 Euro).

Ebenfalls aus der Not eine Tugend machen "Vincent und Krock": Um dem Weihnachtsmann persönlich zu begegnen, ist das Krokodil Krock in die fremde Stadt gereist, aber es hat ihn verpasst. Auch der gelbe Hund Vincent ist traurig und einsam und weiß nicht, mit wem er Weihnachten feiern soll. Beim Schlittschuhlaufen rempeln die beiden aneinander ­ jetzt könnte das Fest ganz gelaufen sein. Aber im Gegenteil: Hund und Krokodil verspeisen gemeinsam unterm Weihnachtsbaum ein leckeres Festmenü (Berlin Verlag, Berlin; 12,90 Euro).

Wenn der Weihnachtsmann sich in die Steppe verirrt, dann geht es allerdings nicht mehr so friedlich zu. Wahrscheinlich hat Vater Löwe versehentlich einen solchen verspeist, jedenfalls hängt ihm eines Tages eine rote Zipfelmütze aus dem Maul. Mutter Löwe und Sohn Heribert befürchten das Schlimmste und machen sich in Hans Zipperts Geschichte "Weihnachtsmänner frisst man nicht" an die Aufklärung des mysteriösen Falls, bei der Rudi Hurzlmeiers äußerst komische Bilder sehr hilfreich sind (Kein & Aber, Zürich; 14,90 Euro).

"Wenn es in der Welt dezembert", sollte man allerdings gewappnet sein und die wichtigsten Gedichte der Weihnachtszeit parat haben. Christine Reinhardt hat die schönsten gesammelt (Sanssouci, München; 14,90 Euro).

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