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Und sie kriegen sich doch in Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“: Shenja Lacher als Petruchio und Andrea Wenzl als Katharina. Tina Laniks Inszenierung feiert morgen im Residenztheater Premiere.

Wieder ganz der Alte

München - Intendant Martin Kusej meldet sich aus der Sommerpause zurück. Die erste Premiere ist am Dienstag.

Martin Kusej scheint wieder der Alte zu sein: Wirkte der Intendant des Bayerischen Staatsschauspiels zum Ende der vergangenen Spielzeit im Gespräch mit unserer Zeitung erschöpft, präsentierte er sich nun taff, schlagfertig und kämpferisch wie gewohnt zum Auftakt seiner zweiten Münchner Saison: „Für einen Kuschelkurs bin ich nicht zu haben“, sagte der 51-Jährige. „Dafür habe ich schon viel zu viel in die Fresse gekriegt, als dass ich jetzt anfangen würde, mich anzupassen.“ Der Kärntner will kein „Wohfühl-Theater“, räumte aber ein, das Tempo etwas zu drosseln. „Wir werden es ein bisschen ruhiger angehen lassen als in der ersten Spielzeit. Damals war das Theater zu Weihnachten schon sehr müde.“ Ziel sei nun eine „Verengung zur klaren Profilierung“ des Hauses, erklärt Kusej: Hauptausrichtung sei zum einen das „große klassische Repertoire“, zum anderen wolle er auf „keinen Fall seinen avantgardistischen Anspruch aufgeben“.

Als erste Premiere kommt morgen am Residenztheater Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ heraus. Tina Lanik inszeniert. Der Hausherr selbst probt gerade Ibsens „Hedda Gabler“ mit Birgit Minichmayr in der Titelrolle (Premiere: 26. Oktober). Außerdem wird er am 5. Dezember die deutsche Erstaufführung von David Mamets „Die Anarchistin“ mit Sibylle Canonica und Cornelia Froboess herausbringen – zwei Tage nach der Uraufführung, die der Autor am Broadway einrichtet. „Ich weiß schon sehr genau, wie das aussehen wird“, sagt Kusej über seine Inszenierung. „Jetzt muss ich nur noch die beiden Frauen überzeugen.“ Die Auslastung seines Hauses in der vergangenen Spielzeit gibt der Intendant mit rund 70 Prozent an. Das seien etwa zehn Prozent weniger als zuletzt bei seinem Vorgänger Dieter Dorn. Gut ein Viertel der Dorn-Abonnenten habe er verloren, schätzt Kusej. Dafür kämen nun mehr junge Zuschauer in die Vorstellungen. Für diese will er – als Ergänzung zum herkömmlichen Abo – auch neue, flexiblere Abo-Angebote anbieten. Das aber offenbar erst zur Spielzeit 2013/14.

Am Ende des Gesprächs lobt Martin Kusej dann noch das gute Verhältnis zu Bayerns Kunstminister Wolfgang Heubisch und dessen Mitarbeitern – mit einem herrlich vielsagenden Satz: „Ich hab’ ein Super-Ministerium.“ Wie gesagt: Martin Kusej scheint wieder der Alte zu sein.

Michael Schleicher

Premiere

von Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ am Dienstag, 19 Uhr, im Münchner Residenztheater. Restkarten an der Abendkasse. Weitere Informationen unter www.residenztheater.de

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