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Wieder neue Todesgefahren für den Helden

- Nein, diesem Harry Potter nimmt man seine 14 Jahre nicht mehr ab. Darsteller Daniel Radcliffe ist inzwischen 16, und das sieht man ihm auch an. Mindestens ebenso schwer fällt es mittlerweile, den 17-jährigen Rupert Grint für den 14-jährigen Ron zu halten, oder in dem 18-jährigen Tom Felton den 14-jährigen Draco zu erkennen.

Es war sicher eine Crux des Projekts, dass die filmische Fortsetzung der Harry-Potter-Reihe nicht annähernd mit der natürlichen Entwicklung der jugendlichen Schauspieler Schritt halten konnte.

Schädel, Schlangen, Spinnen

Zumal sich "Harry Potter und der Feuerkelch" - also der vierte Band der Reihe - mit den Ängsten und Nöten von 14-Jährigen bei ihrem ersten Ball auseinandersetzt. Wer soll aber diesen Prackeln von Mannsbildern noch irgendwelche Pubertätsprobleme glauben? So verlegte Komödienspezialist Mike Newell die schüchternen Annäherungsmomente an das andere Geschlecht ins allgemein Menschliche. Damit erspart er seinen voll ausgewachsenen Hauptfiguren immerhin den peinlichen Verdacht von Verklemmtheit.

Darüber hinaus hat Daniel Ratcliffes Alter auch noch den Nachteil, dass sich bei Harrys Zaubererduell mit dem bösen Voldemort nahezu zwei Erwachsene gegenüberstehen, und nicht - wie in der Vorlage - ein Kind und ein erwachsener Zauberer. Somit funktionieren wichtige Teile der - ohnehin etwas schwächelnden - literarischen Vorlage in der Verfilmung völlig anders.

Konnte Newell in den Ballszenen sein Talent für Tempi und stimmige Psychologie ausspielen, so sind die Kampfszenen immer noch ein grausamer Einheitsbrei. Die FSK-Freigabe ab zwölf Jahren setzt eindeutig falsche Signale an die Eltern. Harmlos ist der Film nicht. Das Inventar der Zauberwelt macht Kindern Angst, und es ist eines, von solchen Dingen zu lesen, und ein anderes, solche Dinge zu sehen: Totenschädel, Schlangen, Spinnen, Fleisch fressende Pflanzen, schleimige Kraken und anderes appetitliches Getier; dazu immer wieder neue Todesgefahren für Harry und seine Freunde.

Am Anfang des Films, wenn das schwarze Mal am Himmel auftaucht, gibt es Szenen wie aus dem Bürgerkrieg. Man merkt zwar, dass Newell sich mit dem Schauerapparat zurückgehalten hat - wohl mit Blick auf die Altersfreigabe -, doch Eltern sollten ihre Kinder im Film keinesfalls allein lassen. Mit 160 Minuten ist dieser ohnehin reichlich lang ausgefallen. Um aus der weit ausufernden Vorlage einen guten und stringenten Film zu machen, hätte es nicht nur eines guten Regisseurs bedurft (das ist Newell schon), sondern eines wirklich herausragenden Zauberers (das ist er eben nicht).

"Harry Potter und der Feuerkelch"

mit Daniel Radcliff, Robert Grint

Regie: Mike Newell

Annehmbar

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