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Bringen „Mörd“ neu auf die Bühne: Regisseur Matthias Kiefersauer (li.) und sein Co-Regisseur und Autor Alexander Liegl.

Die Wiederauferstehung von „Mörd“

Ebersberg - Der Autor und „Valtorta“-Mitbegründer Alexander Liegl über seinen Kabarett-Klassiker und dessen Neuinszenierung.

Das ist das neue Ensemble: Ferdinand Schmidt-Modrow, Stefan Murr, Katharina Schwägerl und Sebastian Winkler bei der Probe (v. li.).

Wer hat Hans Gummerer umgebracht? Oder heißt er Gullinger und ist gar nicht tot? Und was hat es mit der Dillsauce auf sich, die nie fertig wird? „Mörd“ heißt das absurde Theaterstück, mit dem die Ebersberger Kabaretttruppe „Valtorta“ von 1994 an durch Deutschland tourte und für das sie den Deutschen Kleinkunstpreis erhielt. „Valtorta“ alias Alexander Liegl, Martin Pölcher, Maria Magdalena Reichert und Markus Bachmeier gibt’s schon lange nicht mehr, das Stück soll jedoch wiederauferstehen – mit den vier jungen Schauspielern Katharina Schwägerl, Ferdinand Schmidt-Modrow, Stefan Murr und Sebastian Winkler.

Inszeniert hat Matthias Kiefersauer, Filmregisseur („Franzi“) und Kolumnist unserer Zeitung. Premiere ist im Ebersberger „Alten Kino“ – dem Ort, an dem „Valtorta“-Mitglied Markus Bachmeier heute als Kabarettveranstalter fungiert. Über das Projekt sprachen wir mit dem Autor, Co-Regisseur und „Valtorta“-Gründungsmitglied Alexander Liegl.

„Mörd“ wurde vor 16 Jahren uraufgeführt. Woher nehmen Sie die Gewissheit, dass dieses Nonsens-Stück bei der „Generation Youtube“, die mit Mario Barth und Oliver Pocher aufwächst, ankommt?

Alexander Liegl: Gewissheit haben wir natürlich nicht, aber die Hoffnung auf den Erfolg beim Publikum ist groß, wenn man sieht, wie viel Spaß die Schauspieler selbst, die ja 20 Jahre jünger sind als wir, schon beim Lesen des Textes hatten.

Wer das Original gesehen hat, fragt sich, worum es in „Mörd“ eigentlich geht. Können Sie als Autor diese Frage beantworten?

Alexander Liegl: Es geht darum, dass vier Darsteller ein Stück aufführen wollen, was aber hinten und vorne nicht funktioniert. Das wäre die einfache Erklärung. In der etwas komplizierteren müsste man noch die Vermischung der Ebenen und der Realitäten ansprechen, das Spiel im Spiel, die Versatzstücke aus schlechten Krimis, den Reiz der Wiederholung.

Warum wird ein solches Stück Kult?

Alexander Liegl: Das konnten wir uns damals selbst nicht erklären. Klar, wer als Zuschauer eine normale Handlung wollte, wer gefragt hat: „Was soll das jetzt, was soll ich hier?“, war falsch. Alle anderen hatten einen Riesenspaß daran.

Warum haben Sie für die Neuinszenierung einen etablierten Film- und Fernsehregisseur wie Matthias Kiefersauer engagiert?

Alexander Liegl: Wir kennen uns gut, haben zusammen das Drehbuch zu „Das große Hobeditzn“ geschrieben. Und ich wusste – das war das Entscheidende –, dass Matthias Kiefersauer ein großer Fan von „Valtorta“ und „Mörd“ ist und das Stück schon immer gerne einmal inszenieren wollte. Was lag also näher für Markus Bachmeier und mich, als ihn zu fragen?

Und – wie macht er’s?

Alexander Liegl: Er bringt neue Ideen ein, ohne das Alte wegzuschmeißen. Einiges wird knalliger sein als zu unserer Zeit. Das finde ich gut, ganz neidlos.

Wenn Sie sich nach so vielen Jahren mit diesem Erfolgsstück beschäftigen, überkommt Sie da nicht Wehmut – und vielleicht sogar der Wunsch, „Valtorta“ wiederauferstehen zu lassen?

Alexander Liegl: Manchmal überkommt mich bei den Proben der konkrete Wunsch, auf die Bühne zu springen und mitzuspielen. Aber das war’s dann auch schon. Man kann nicht einfach die alte Truppe wieder herzaubern. Das wäre nur ein Revival. Man müsste etwas Neues schaffen. Das heißt nicht, dass ich es nicht schön finde, wenn ein altes Stück, ein alter Text noch funktioniert. Wehmut empfinden vielleicht die alten Fans von „Valtorta“, wenn sie die neue Truppe auf der Bühne sehen. Ich nicht. Ich freu’ mich auf die Vier.

Und worauf freuen Sie sich sonst?

Alexander Liegl: Ich stehe regelmäßig mit Michael Altinger im Münchner Lustspielhaus auf der Bühne, mit dem Programm „Platzende Hirsche“, an dem wir beide viel Spaß haben. Und dann probe ich zurzeit mit einer Tölzer Laienspielgruppe für die Premiere meines Stücks „Thanksgiving“, einer Mischung aus griechischer Tragödie und „Desperate Housewives“. Regie führt Gabi Rothmüller, Premiere ist im März. Ich spiele auch mit, vor lauter Begeisterung. (Lacht)

Wird es die „Occams“, die legendäre Haustruppe des Münchner Lustspielhauses, noch mal geben?

Alexander Liegl: Das größte Problem besteht darin, die Solisten, die viel spielen und viel drehen, unter einen Hut zu bringen. Wir haben aber für nächstes Jahr etwas vor. Wir wollen mit Teilen der „Occams“ – wir wissen nur noch nicht mit welchen –, den Boulevardklassiker „Der nackte Wahnsinn“ aufführen.

Das Gespräch führte Rudolf Ogiermann.

Premiere

ist am Samstag im „Alten Kino“, Ebersberg (evtl. Restkarten an der Abendkasse). Vorstellung auch am Sonntag, 21. Februar, Telefon 08 092/ 2 02 55. Danach geht die Inszenierung auf Tournee durch den Freistaat.

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