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Letzter Vorhang für den Jazzer Johannes Faber.

Auf ein Wiedersehen spätestens 2022

München - Im ausverkauften Gärtnerplatz-Theater endet Johannes Fabers erfolgreiche Reihe „Jazz im Gärtnerplatz“.

„Da müssen Sie jetzt durch“, sagt Johannes Faber und macht dann tatsächlich die Drohung wahr: Er singt Burt Bacharachs Soul-Schlager „I’ll Never Fall In Love Again“. Am letzten Abend kann man es sich leisten, einfach nur noch das zu spielen, wozu man Lust hat. Glücklicherweise ist das Publikum im restlos ausverkauften Münchner Gärtnerplatztheater derselben Meinung und goutiert das Wandeln zwischen den Genres mit Wohlwollen.

Die Veranstaltungsreihe, die nun nach fast zwölf Jahren endet, heißt zwar „Jazz im Gärtnerplatz“, aber Faber, Initiator und Spiritus Rector, hat Jazz nie engstirnig als akademisches Seminar interpretiert. Und so ist ihm etwas gelungen, was Jazz, in München zumal, nicht übertrieben oft gelingt: Massen anzulocken. Überfüllt war es zwar gerade in den letzten beiden Jahren nicht, aber Jazz als Gattung überhaupt eine große Bühne zu verschaffen und damit mehr als eine Handvoll Zuhörer anzulocken, das ist an sich schon eine Leistung. Über ein Jahrzehnt lang gastierten große Namen und Geheimtipps in ungewöhnlichem Ambiente und bescherten manch unvergesslichen Augenblick. Etwa als Herbie Hancock im Konzert lässig sein Mobiltelefon ausschaltete und dabei das Klavier einhändig bediente. Den Künstlern gefiel der extravagante Rahmen, und viele Musikfans mag die Neugier zu Konzerten getrieben haben, die sie sonst nicht einmal ignoriert hätten.

Es waren eben keine elitären Snobversammlungen, und das darf man Faber hoch anrechnen. Er hat Jazz so verstanden, wie er ursprünglich mal gemeint war: als Unterhaltungsmusik fürs ganze Volk. Nun ist wegen der Renovierung des Gärtnerplatztheaters also Schluss, und wie oder ob es überhaupt weitergeht, steht in den Sternen. Die Wiedereröffnung, das weiß man als Münchner nach den grotesken Verzögerungs-Orgien bei den Kammerspielen und dem Deutschen Theater, findet womöglich erst statt, wenn Newt Gingrich seine Mondstation einweiht. Für alle Fälle hat Faber schon mal einen potenziellen Nachfolge-Organisator vorgestellt: Sohn Joachim Deutschland. Der spielt ziemlich gut Gitarre und singt – bitte um Vergebung – deutlich besser als sein Vater. Man sieht sich wieder beim Jazz im Gärtnerplatz. Spätestens 2022…

Zoran Gojic

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