Wildsau und Alien

- Da schnauft doch etwas. Oder ist es bloß eine Pumpe? Aber es sind nicht Peter Senoners (1969 geboren) erschreckend lebendige und menschenähnliche Aliens, die ihre imaginären Lungen dehnen, es sind Insektenflügel. Sie wachsen geräuschvoll und immer aufs Neue aus den Ohren einer Zeichentrickfigur. Tier, Pflanze, Mensch und Fantasiekörperteile kombiniert der Bildhauer zu leicht unheimlichen Figuren und Installationen. Denn sein Monomon schaut den Besucher aus "echten" Augen an - und unwillkürlich dreht man sich im Weggehen um: Ob Holz, Aluminium oder die weiß lackierte Bronze doch hinterrücks lebendig geworden ist?

Die Galerie der Künstler des Berufsverbandes (BBK) stellt derzeit die vier Träger des Bayerischen Kunstförderpreises aus. Neben Senoner, Heike Döscher, Martina Salzberger und Richard Schur. Der (Jahrgang 1971) hält sich an die Malerei und dabei an den klassisch gewordenen Konstruktivismus. Er wandelt Mondrians eisernes Rechteck-System ab; und so kommt manches Farbfeld spießeckig ins Taumeln. Bemerkenswert auch seine Sicherheit, mit so schwierigen Farben wie Braun und Beige umzugehen.

Döscher (1967) verschalt, ihrer Vorliebe für bizarre und trostlose Interieurs frönend, eine der Riesenwände der Galerie sogar mit gigantischen Blasen aus 70er-Jahre-Tapetenmustern.

Sie spürt den räumlichen Veränderungen durch das wandernde Tageslicht (Foto, Video) nach und natürlich den Möglichkeiten von Ornament, löst es zum Beispiel aus dem Verbund und setzt es in ein kinetisches Maschinchen. Solche Verzierungs-Oberflächen interessieren Salzberger (1972) nicht, sondern naturgegebene. Deswegen hängt die Wildsau nur als Pelz an der Wand, verfremdet durch Streifen; dafür kommt Textilie als rubbelige Baumrinde daher, die eine Art Sarg mit Aussichtsfenstern umhüllt. Womit der Galeriebesucher bei einer neuerlichen, fast valentinesken Fantasmagorie gelandet wäre.

Bis 24.2., Maximilianstraße 42, Tel. 089/ 22 04 63.

Peter Senoners Holz-Monomon mit seinem Klon aus Aluminium.

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