Willkommen in Bullys Themenpark

München - Fans von Filmen wie „Der Schuh des Manitu", „(T)Raumschiff Surprise" oder „Wickie und die starken Männer" sollten sich den 12. Juni notieren: Dann eröffnet in der Bavaria Filmstadt das „Bullyversum", die neue Attraktion rund um die Filme von Michael Bully Herbig.

Wir haben mit dem 43-Jährigen die Baustelle besucht.

„Um es gleich zu sagen: der Name ,Bullyversum‘ war nicht meine Idee. Aber ich hatte auch nichts dagegen.“ So kommt Michael Bully Herbig der Frage zuvor, ob es nicht ein klein wenig größenwahnsinnig sei, einen eigenen Mini-Vergnügungspark nach sich selbst zu benennen. Es ist ein milder, sonniger Tag, als Herbig Journalisten durch die Halle in der Bavaria Filmstadt führt, in der sich von 12. Juni an alles um Leben und Werk des erfolgreichsten Komiker des Landes drehen soll.

Eintrittspreise

Eröffnet wird das „Bullyversum“ mit einer Sonderveranstaltung am 11. Juni. Ab dem 12. Juni ist es für jedermann zugänglich. Das „Bullyversum“ kann nur in Verbindung mit einer Bavaria-Filmstadt-Tour besucht werden. Die Tour inklusive „Bullyversum“-Besuch kostet für Erwachsene 24 Euro, für Kinder 22 Euro. Wer nur die Tour bucht (Erwachsene elf Euro, Kinder neun Euro) kann das 4D-Kino mit „Lissi und die wilde Kaiserfahrt“ für zusätzliche fünf Euro gesondert besuchen. Öffnungszeiten: 9 bis 18 Uhr. Letzter Einlass ist um 15 Uhr.

Schon bisher konnte man im Rahmen einer Filmstadt-Führung etwa das Original-Wikinger-Boot aus „Wickie und die starken Männer“ bestaunen oder in einem sogenannten 4D-Kino mit dem Kurzfilm „Lissi und die wilde Kaiserfahrt“, 3D-Brillen und beweglichen Sitzen ein neues Filmerlebnis erkunden. Nun soll die Popularität von Bully Fans in eine eigene Halle locken, in der Kulissen, Kostüme und andere Souvenirs ausgestellt sind. Denn Herbig, ein manischer Sammler, hat nie etwas weggeworfen, sondern seit Beginn seiner Karriere alles aufgehoben und in einer eigens gemieteten Lagerhalle archiviert.

Freilich sollen im „Bullyversum“ nicht nur Reliquien aus Filmhits wie „Der Schuh des Manitu“ oder „(T)Raumschiff Surprise“ ausgestellt werden. Herbig ist ehrgeizig, das Angebot soll kein billiges Ramsch-Disneyland sein. Stattdessen sollen die Besucher interaktiv eingebunden werden und etwas Besonderes erleben. So kann man beispielsweise in den Kulissen und Kostümen die beliebtesten Szenen aus Bully-Filmen nachdrehen. Das wird dann mit Ausschnitten aus dem Original montiert - als hätte man selbst mitgespielt: ein Souvenir, das jeder auf DVD mitnehmen kann. Auf zwei Stockwerken können die Besucher die Stationen von Bullys Karriere in thematisch sortierten Abteilungen studieren. Wie das letztlich aussehen wird, ist bis dato nicht abzusehen: Die Halle ist (noch) eine große Baustelle. Aufwändig jedenfalls wird alles. Herbigs Erfolg rührt ja daher, dass er alles, was er macht, sehr gründlich macht. Deswegen wurde etwa für gutes Geld ein Roboter gebaut, der auf den ersten, flüchtigen Blick nicht vom lebenden Bully zu unterscheiden ist. Die mechanische Kopie wird - natürlich mit Bullys Stimme - die Besucher am Eingang begrüßen.

Nico Rössler, Leiter der Bavaria Filmstadt, ist zuversichtlich, dass die neue Attraktion gut ankommen wird: „Wir hätten das gar nicht erst angefangen, wenn wir nicht an Bully glauben würden.“ Das 43-jährige Multitalent reagiert selbst fast wie ein Kind auf den eigenen Themenpark: „Kind zu bleiben, den Spaß am Spiel zu erhalten, ist wichtig für mich. Nur wenn mir selbst etwas gefällt, könnte es vielleicht anderen auch eine Freude bereiten“, erklärt Bully Herbig aufgekratzt. Das nimmt man ihm ab. Denn niemand scheint sich mehr auf das „Bullyversum“ zu freuen als er. Und das ist wohl ein gutes Zeichen.

Zoran Gojic

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