Willkommen im Club

- Arme Besetzungsbüros: Im Fach des Koloratursoprans sieht's düster aus - und das seit der Uraufführung all dieser ans Unsingbare grenzenden Wahnsinnsnummern à la Donizetti oder Bellini. Wagt sich also eine Dame in den Callas-Sutherland-Gruberova-Club, gilt ihr größte Aufmerksamkeit. In Natalie Dessay erwächst den Diven starke Konkurrenz.

<P>Ihre "Lucie de Lammermoor" (kein Schreibfehler, es ist Donizettis französische Zweitfassung) begegnet uns nicht als stupender Verzierungsautomat. Das Rollenporträt überzeugt durch frauliche, erotische Züge, lässt den Emotionsnotstand, in den Lucie gerät, auch ohne Szene hörbar werden. Spitzentöne und halsbrecherische Girlanden: alles da, doch nie Selbstzweck.</P><P>Dazu passt, dass Dirigent Evelino Pidò` auf Knalliges verzichtet, dafür Eleganz und dezente Farbenspiele offeriert. An Natalie Dessays Künste reicht nur Ludovic Té´zier (Henri) annähernd heran, Roberto Alagna (Edgard) mogelt sich pressend und stemmend durch eine weitere seiner Tenorhelden.</P><P>Donizetti: "Lucie de Lammermoor". Chor und Orchester der Opéra National de Lyon, Evelino Pidò` (Virgin).</P><P>Belcanto mit einer Portion Erotik: Koloratursopranistin Natalie Dessay.Foto: dpa<BR></P>

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