Winterreise mit Säge

- "Zeit gewinnen": Nicht ganz zufällig drängt das Münchner Pathos Transport Theater mit seinem Motto für die Spielzeit 2005/ 06 so nach vorn. Denn seine Tage auf dem städtischen Gelände an der Dachauer Straße sind gezählt. 2008 sollen die Gebäude abgerissen werden. Und daher wollen die Theatermacher um Geschäftsführerin Angelika Fink und den künstlerischen Leiter Jörg Witte der verbleibenden Zeit möglichst viel abgewinnen.

Ein ganz beachtliches Programm hat sich das Theater, das in diesem Jahr 65 000 Euro städtische Förderung erhält, für die erste Spielzeithälfte vorgenommen. Am 20. September präsentiert Birgit Binder eine Perfomance und wird in den darauffolgenden drei Monaten als "Artist in Residence" mit Musik und Film zum Thema "Nah und Fernsehen" arbeiten.Philine Velhagen und Barbara te Kock bringen in Koproduktion mit den Treibstoff Theatertagen Basel "Verschwörung Kubelka" auf die Bühne - eine wahre Geschichte um eine Schauspielerin, die einem betrügerischen Filmproduzenten auf den Leim geht (22. bis 30.9.). Als zweiten Teil einer Trilogie erarbeitet Annette Geller nach "figaro-ff" nun das Musik-Verführungsprojekt "DJ Don Juan" (8.-14.10.).Theaterleiter Witte beschäftigt sich in "Prolog" (21.-29.10.) mit dem Entstehen und Verlieren von Kontakt(en) und Andreas Patton mit den speziellen Generationenproblemen der geburtenstärksten Jahrgänge ("Die 40er", 14.-28.1.2006). "Schwer vermittelbar" ist ein "Gesellschaftsspiel", bei dem Dorothea Schröder den Begriff "Arbeit" untersucht (4.-13.2.).Werner Eggernhofer veranstaltet eine "Winterreise" ohne Flügel und Konzertsaal, aber mit E-Gitarre und Säge (noch ohne Termin). Und bei einer monatlichen Jobbörse soll es Theaterkünstlern leichter gemacht werden, sich selbst zu vermitteln.Infos www.pathostransporttheater.de

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