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"Wir machen keinen Bückling" - Peter Maffay tourt 2009 durch Deutschland

München - Eine große Frage plagt die Journalisten vor dieser Pressekonferenz im Münchner Gasteig: Wird Peter Maffay eine Krawatte tragen, wo er doch bald in klassischen Konzerthallen und Philharmonien auftreten will? Einen feinen Anzug gar? Pustekuchen. Maffay kommt, wie man ihn kennt: die Tätowierung auf dem Oberarm gut sichtbar, in kurzem Shirt, mit Goldkette und Stiefeln.

2009 wird der Rocker aus Tutzing erstmals auf eine Tournee durch Deutschlands Philharmonien und Konzerthäuser gehen. Dass seine Band deshalb auftreten wird wie ein Orchester mit Dirigent, lehnt er allerdings gut gelaunt ab: "Wer glaubt, dass wir schwarz-weiß antanzen und einen Bückling machen - das wird nicht der Fall sein."

43 Konzerte in zwei Monaten sollen es werden. Premiere ist am 29. Januar 2009 in der Münchner Philharmonie, außerdem spielt Maffays Band in der Nürnberger Meistersingerhalle, im Leipziger Gewandhaus, der Alten Oper zu Frankfurt oder im Stuttgarter Beethovensaal. Ein neues Album erscheint bereits im Herbst.

Ob die neuen Auftrittsorte denn bedeuteten, dass auch er ruhiger werde, fragt eine Journalistin. "Ruhig?", amüsiert sich der 58-Jährige. "Kein Mensch hat Lust, ruhiger zu werden." An der Musik wird sich nichts ändern: Es bleibt dabei: "heftige Gitarren", verheiratet mit deutschem Schlager. "Natürlich gibt es auch Hits, die die Fans von uns gewohnt sind. Ansonsten kriegen wir wahrscheinlich Prügel", sagt er lachend. Es habe ihn "einfach gereizt, einmal in diese super klingenden Konzerthäuser zu gehen. Die Bühne ist tiefer, die Leute sind näher dran, und der Kontakt ist hautnah. Man guckt sich besser in die Augen." Eine akustische Herausforderung seien die Hallen allemal, man werde bei manchem Stück wohl mehr auf akustische Instrumente umsteigen, die Technik reduzieren. Er selbst hat's ausprobiert, stellte sich - nur mit Gitarre und Mini-Verstärker bewaffnet - auf die Bühne der leeren Münchner Philharmonie: "Da hab' ich gemerkt: Der kleine reicht." Dennoch will er natürlich alles geben: "Wir versuchen, so viel Lust über die Rampe zu bringen wie irgend möglich."

Peter Maffay bleibt also, wer er ist: ein Rocker, ein einfacher Arbeiter in der Motorradwerkstatt des Herrn. Die Tonträger-Firma Sony-BMG weiß, was sie an dem gebürtigen Rumänen und seinem authentischen Image hat: Kaum ein anderer beschert ihr solche Plattenumsätze, spricht Maffay doch eine Zielgruppe an, die sich Lieder noch nicht im Internet herunterlädt. Das mag auch ein Grund dafür sein, dass man die Ticketpreise für die geplante Tour nicht - wie mancher vergleichbare Kollege aus Amerika - in extraordinäre Höhen treibt. Durchschnittlich 50 Euro sollen die Karten kosten.

Freilich werde die Tour anstrengend, sagt Maffay: Nachdem er mit seinem internationalen "Begegnungen"-Projekt und auch über die Jahre zuvor nur Riesen-Hallen bespielt habe, werde er nun auch in kleineren Sälen gastieren. "Dafür treten wir im vergleichbaren Zeitraum dreimal so oft auf, um schwarze Zahlen zu schreiben."

Mit der Fitness hat Maffay allerdings keine Probleme. Was er denn gegen Lampenfieber tue, wird er gefragt: "Ich mache 50 Liegestütze." Dann schwärmt er von seinem vierjährigen Sohn Yaris, der ihn auf Tour besuchen kommt, und zeigt sich erstaunlich selbstironisch: "Mein Erfolgsrezept? All das gut zu verstecken, was nicht funktioniert - und das ist einiges."

Der Vorverkauf

beginnt am kommenden Freitag, 25. April. Karten

unter 01 80/ 54 81 81 81.

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