Seine Rückkehr auf die Kino-Leinwand wird von „Fluch der Karibik“-Fans sehnsüchtig erwartet: Johnny Depp sticht als Pirat Jack Sparrow wieder am 19. Mai in See. Foto: verleih

So wird der Kino-Sommer

München - In diesem Sommer schlagen sich Piraten, Superhelden und Affen auf der Leinwand. Es gibt in den anlaufenden Filmen viel Action und den Abschied von Harry Potter. Wir blicken auf den Kino-Sommer.

Von Barbara Munker

Gerade hat Hollywood mit Donnergott „Thor“ den ersten Superhelden in die aktuelle Blockbuster-Saison geschickt. Dabei sind die deutschen Kinogänger den amerikanischen voraus: In den USA startet Kenneth Branaghs Film erst diese Woche.

Im Sommer jagt auf der Leinwand ein Held den nächsten: Am 9. Juni geht in „X-Men: Erste Entscheidung“ der Kampf zwischen guten und bösen Mutanten in die fünfte Runde. Dieser Film ist ein sogenanntes Prequel, erzählt also die Vorgeschichte der bisherigen Produktionen.

Ryan Reynolds verwandelt sich Anfang August in einen Superhelden. Er spielt in der Comic-Verfilmung „Green Lantern“ den Test-Piloten Hal Jordan, dem der Ring eines Aliens Superkräfte verleiht. Zwei Wochen später (ab 18. August) lässt Chris Evans als „Captain America“ die Muskeln spielen. Regisseur Joe Johnston schickt den Super-Soldaten, den der Marvel-Verlag im Jahr 1941 erfand, um US-Soldaten im Kampf gegen Nazi-Deutschland Mut zu machen, in den Zweiten Weltkrieg.

Besonders sehnsüchtig erwarten viele Fans den bereits vierten Teil der Saga „Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten“. Als Pirat Jack Sparrow eröffnet Johnny Depp am 19. Mai den Reigen der Fortsetzungen. Zum ersten Mal gibt „Chicago“-Regisseur Rob Marshall den Ton an. Eine weitere Neuerung: Nicht mehr Keira Knightley, sondern Penélope Cruz übernimmt die weibliche Hauptrolle. Zum dritten Mal wird wenige Wochen später Action-Spezialist Michael Bay in „Transformers 3“ (30. Juni) seine Roboter kämpfen lassen - erstmals in 3D, erstmals ohne Megan Fox, aber wieder mit Shia LaBeouf.

Für „Harry Potter“ ist nach diesem Sommer dagegen endgültig Schluss. Mit „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2“ verabschiedet sich der Zauberlehrling ab dem 14. Juli von den deutschen Kinogängern. Die acht Fortsetzungen nach den Romanen von Joanne K. Rowling gehören bereits jetzt zu den kommerziell erfolgreichsten Hollywood-Produktionen: weltweit wurden bislang mehr als fünf Milliarden US-Dollar in die Kinokassen gespült.

Neben Superhelden und Fortsetzungen ist auch Science-Fiction (wieder) angesagt. In dem Thriller „Planet der Affen: Die Rebellion“ (11. August) mimt James Franco einen Wissenschaftler, dessen Genexperimente schiefgehen. Plötzlich kämpfen superintelligente Affen um die Vorherrschaft. Zuletzt wagte sich Tim Burton im Jahr 2001 - 33 Jahre nach dem Original - an ein Remake von „Planet der Affen“. Er scheiterte.

„Cowboys & Aliens“ (1. September) verspricht eine Mischung aus Science-Fiction und Western. „Iron Man“-Regisseur Jon Favreau schickt Daniel Craig und Harrison Ford („Indiana Jones“) ins Jahr 1873, wo sich weiße Siedler und Apachen gegen Außerirdische wehren.

Für wahre Cineasten zählt in diesem Sommer allerdings nur ein Film: „The Tree of Life“ von Terrence Malick. Nur sechs Jahre mussten die Freunde des Hollywood-Außenseiters nach „The New World“ auf sein neues Werk warten: Zwischen „In der Glut des Südens“ (1978) und „Der schmale Grat“ (1998) hatte sich Malick immerhin zwanzig Jahre Zeit gelassen. Der Regisseur, der als „Poet der Leinwand“ und als Meister magischer Bilder verehrt wird, holte für „The Tree of Life“ Sean Penn und Brad Pitt vor die Kamera. Wie immer ist über den Inhalt vorab wenig bekannt. Bis zum 16. Juni müssen sich die Zuschauer noch gedulden.

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