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Der Einheizer: Sänger und Trompeter Stefan Dettl.

Neues Album "Europa"

Ist das wirklich LaBrassBanda?

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München - Stefan Dettl & Co. wagen mit dem Album „Europa“ auch Experimente – und bleiben damit unangepasst. Eine Kritik zum neuen Werk von LaBrassBanda.

Eine unsichtbare Grenze gibt es auf „Europa“, auf dem neuen Album der oberbayerischen Blasmusik-Combo LaBrassBanda. Da sind auf der einen Seite die hittauglichen Lieder wie „Nackert“ oder „Z’spat dro“, die die Zuhörer mit ihrem antreibenden Blech-Stakkato nicht ruhig sitzen lassen. Und dann sind da noch Instrumentalstücke wie „Sarajevo“ oder „Russland“, die mit ihrem ruhigen Unterton eine fast meditative Stimmung erzeugen. Die ungewöhnliche Mischung macht deutlich: LaBrassBanda hat noch viele Überraschungen zu bieten.

Nach mehr als 500 Konzerten mit ihrer „Übersee“-Tournee gönnten sich die Fünf vom Chiemsee 2012 eine Auszeit. Sänger Stefan Dettl widmete sich verstärkt seinen Solo-Projekten. Doch eines war klar – 2013 wird wieder ein LaBrassBanda-Jahr. Mitte Februar landeten sie beim deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest mit „Nackert“ überraschend auf dem zweiten Platz. Bei der Abstimmung der Radio-Hörer waren sie sogar klar die Nummer eins. Jetzt das neue Album „Europa“, mit dem sie im Sommer in ganz Deutschland auftreten.

Mit „Europa“ knüpft LaBrassBanda an den Live-Mitschnitt aus der Olympiahalle an. Gleich das erste Stück „Tecno“ weckt Konzert-Erinnerungen. Es ist die vertraute Mischung aus Ska, Balkan-Beats und Techno. Bei „Holland“ hat man sofort Stefan Dettl vor Augen, wie er barfuß in Lederhose über die Bühne springt. Ungewohnt dagegen die Elektroklänge, mit denen „Frankreich“ unterlegt ist. Ist das wirklich LaBrassBanda? Ja, es sind Dettl & Co., die mit solchen Experimenten Neues wagen, sich eben nicht in Schubladen stecken lassen. Sie bleiben die Unangepassten, auch wenn der Elektrosound manchen verschreckt.

Was „Europa“ fehlt, ist ein wenig die Leichtigkeit, die launigen bayerischen Texte mitten aus dem Leben. Nach dem Sensationserfolg von „Habediehre“ und „Übersee“ war der Druck sicher gewaltig. Doch spätestens beim nächsten Konzert ist das alles vergessen. Wenn Dettl den Zuschauern einheizt, Manuel da Coll auf sein Schlagzeug einprügelt und Andreas Hofmeir seiner Tuba Phänomenales entlockt, dann gibt es keine Grenzen mehr.

Steffen Habit

LaBrassBanda: "Europa" (Europa FM).

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