Der Witz liegt im Erkennen

- Zum Liebesrausch Titanias ein furioses, jubelndes Mozart-"Alleluja". Der Elfenkönigin Höhepunkt, zu dem ihr hier der in den Esel verwandelte Oberon verhilft, ist auch der komödiantische Gipfel der Veranstaltung, dieser Franz-Wittenbrink-Melange aus Shakespeare und Mozart. Ein Komponist für jede Gelegenheit, ein Dramatiker fürs Feine und Grobe und ein gewiefter Arrangeur und Ideenspender - sie zusammen garantieren Lust am Leichten, manchmal auch Seichten.

<P>Zu einer nett-lieblichen Vorstellung der harmlosen Art also laden derzeit die Münchner Kammerspiele mit "A Summer Night's Dream" ins Schauspielhaus. Aus dem Sommer-Festival-Programm von Aix en Provence kaufte man für vier Abende dieses charmante Arien-Medley ein.</P><P>Sieben junge Sänger der Europäischen Musikakademie spielen in knappster Form und sich auf die Liebespaare plus Puck beschränkend den "Sommernachtstraum". Die Geschichte der Irrungen und Wirrungen im Athener Wald - hier in eine Art Heckentheater verlegt - beziehen ihren Witz durch die zur jeweiligen Situation passend ausgewählten Arien und Duette. Figaro und Entführung, Giovanni, Cos und Zauberflöte. . . der Spaß liegt in der Überraschung und im Erkennen. Sowie in der grenzenlosen Spiellaune der Debütanten mit mehr oder weniger beachtlichem Stimmmaterial.</P><P>Man freut sich über eine gelungene Phrase, über sichere Höhe oder Tiefe und überhört gern manch musikalische Grobheit. Für die entschädigen dann immer wieder die Sängerinnen: hochattraktiv und - wie Yuko Kakuta als kleine Hermia - saukomisch.</P><P>Vorstellungen: 8. und 9. April.</P>

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