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US-Autor James Ellroy (67) mit seinem neuen Werk „Perfidia“.

Neues Werk "Perfidia"

So witzig ist Krimi-Star James Ellroy

München - Ist er wirklich so geldgeil? Und besteht der Zweite Weltkrieg für ihn tatsächlich noch? US-Autor James Ellroy ("L.A.Confidential") stellte im Amerikahaus im Rahmen des Krimifestivals sein aktuelles Werk "Perfidia" vor und kasperte viel herum.

Was nun tatsächlich stimmte und was nicht, war deswegen kaum auszumachen. Dafür gab es herzlich viel zu lachen.

Schon sein gepflegter, roher L.A.-Akzent amüsierte die Zuschauer im gut gefüllten Saal, einen drauf setzte seine derbe Ausdrucksweise mit der beharrlichen Wiederkehr des „F“-Wortes und selbstredend seine Geschichten. Auf alles und jeden hatte Ellroy eine Antwort, köstlich mit welchem Wortschwall der 67-Jährige sein Werk zum Kauf anbot und wie er erklärte, jedes seiner Bücher könne egal wie verfilmt werden – Hauptsache der Preis stimme. Beides versuchte der ansonsten beflissene Moderator Günter Keil gar nicht erst zu übersetzen. So also tickt der Mann namens Ellroy, dessen Mutter ermordet wurde und der einst schwer mit einer Drogen- und Alkoholsucht zu kämpfen hatte. Man gönnt ihm die gute Laune von Herzen.

Seine Bücher dagegen sind pessimistisch, blutig, rabiat und wahnsinnig. So auch sein aktuelles, der Beginn eines neuerlichen Quartetts und die Schilderung eines L.A. ab den 1941er-Jahren. Einmal nachdenklicher werdend erinnerte sich Ellroy, wie ihm einst der Angriff auf Pearl Harbor erklärt wurde – und ergänzte schelmisch sogleich, für ihn habe der Krieg nie aufgehört. Außerdem hob er die Figuren hervor, die der Leser schon aus The Black Dahlia kennt.

Beim Vorlesen, so schien es, konnte Ellroy jeden Satz des 960-Seiten-Wälzers auswendig. Sein deutsches Pendant, Schauspieler Heikko Deutschmann, tat sich da naturgemäß schwerer, akzentuierte aber das geschilderte Misstrauen der Figuren und die nicht nur von Ellroys Sprache ausgehende Brutalität ebenfalls hervorragend.

Angelika Mayr

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