Stadtrat einig: TSV 1860 darf zurück ins Grünwalder Stadion

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WM-Anpfiff auf Mexikanisch

- Er hat die Herzen längst gebrochen - mit Verdi, Puccini, Donizetti. Doch dann setzt er bei den Zugaben noch eins drauf, gesteht seinen Zuhörern voller Schmelz und Charme: "Dein ist mein ganzes Herz" und schlüpft dafür sogar in Ballacks Fußball-Trikot.

Da jubeln die Fans, und Tenor-Sonnyboy Rolando Villazon strahlt und streift sich flugs das Hemd seiner mexikanischen Heimat-Mannschaft über, bevor er "Mamma mia, mamma mia" in den Saal schmettert, aus dem ihm Mexikos Flagge entgegenwinkt. Noch bevor Placido Domingo und die drei Münchner Top-Orchester die WM "anpfeifen" konnten, stahl der überschäumende Villazon ihnen beim Recital am Mittwochabend im Münchner Gasteig schon mal die Show.

Dabei hatte der Abend wenig überzeugend begonnen, mit der Arie des Don Ottavio ("Il mio tesoro intanto"), die verriet, dass Mozart in Villazons Muttermilch fehlte. Und auch beim Dirigenten Marco Zambelli nicht in den besten Händen lag ("Figaro"-Ouvertüre). Schon bei den Franzosen, aber erst recht bei den Italienern, fühlten sich Startenor, Dirigent und Prager Philharmoniker dann weitaus wohler. Rolando Villazons Vorzüge, seine stimmliche Geschmeidigkeit, seine Phrasierungskunst, sein dynamisches Differenzieren, seine emotionale Ausdruckskraft, gekoppelt an Musikalität und viriles Timbre, wurden schnell lebendig (Bizets "Carmen"), auch wenn zunächst die Höhe noch eine Spur mattiert klang ("Angelo casto e bel" aus Donizettis "Il Duca d'Alba").

Richtig im Griff hatte Villazon den Saal dann nach der Pause. Nach einer knackigen "Forza"-Ouvertüre trumpfte er mühelos auf: mit einem empfindsamen Lenski ("Eugen Onegin"), einem verschwenderischen Cavaradossi ("Tosca"), einem verzweifelten Rodolfo ("Luisa Miller") und einem übermütigen Zugaben-Potpourri.

Standing Ovations für den jungenhaft-sympathischen, quirlig-clownesken Tenor-Star, der seinen Zuhörern schon zu Beginn "viel Spaß in den nächsten fünf Stunden" gewünscht hatte und sich mit einer Rose für die Konzertmeisterin und für eine Dame aus dem Publikum galant verabschiedete.

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