Die mit den Wölfen lebt

- Fasziniert von Hél´¨ne Grimaud, der Pianistin, die mit den Wölfen lebt, ist auch Münchens Oberbürgermeister Christian Ude. Nachdem er bei der Verleihung des Echo Klassik schon einmal eine Laudatio auf sie halten durfte, nutzte er gestern die Gelegenheit, die Autorin von "Wolfssonate" wieder zu treffen und lud zur Pressekonferenz "Klassik am Odeonsplatz". Dort nämlich wird die Grimaud am 2. Juli mit Schumanns a-moll-Konzert zu erleben sein.

Sie weiß aus Amerika, wie speziell die Atmosphäre bei Open-Air-Konzerten mit vielen Tausend Zuhörern sein kann und bekennt - trotz akustischer Kompromisse und elektronischer Verstärkung: "Es funktioniert prima." Und was den Odeonsplatz betrifft, so freut sie sich schon, dort zwischen den Säulen der Feldherrnhalle zu musizieren.

Begleitet wird Hé´lè`ne Grimaud von den Münchner Philharmonikern unter der Leitung von Andrey Boreyko. Flankiert wird ihr Schumann-Spiel von Rossinis Ouvertüre zu "La gazza ladra" (Diebische Elster), Manuel de Fallas "El sombrero de tres picos" (Der Dreispitz) und von Ravels "Bolero".

Bereits einen Abend zuvor, am 1. Juli, schickt der mitveranstaltende Bayerische Rundfunk sein Symphonieorchester auf den Odeonsplatz. Unter der Leitung von Esa-Pekka Salonen erklingen Sibelius' "Der Schwan von Tuonela" und Berlioz' Symphonie fantastique, außerdem Mozarts Violinkonzert Nr. 4 KV 218 mit Frank Peter Zimmermann.

"München definiert sich nicht nur über Bier, Oktoberfest oder Fußball, sondern traditionell auch über die Musik. Es ist eine durch Jahrhunderte gewachsene Musikstadt", sagte OB Ude stolz. Dass 70 Prozent der Besucher auf dem Odeonsplatz nicht zum "normalen" Konzertpublikum gehören, freut die Veranstalter, die mit diesem Klassik-Event neue Zuhörer gewinnen wollen - auch für die Abo-Konzerte im Saal.

Die Künste gehören für Hé´lè`ne Grimaud unabdingbar zur Zivilisierung, ja zum Menschsein. Deshalb plädiert sie für eine frühe Förderung der Kinder. Auch ein Konzert auf dem Odeonsplatz könne zum prägenden Erlebnis werden.

Der Vorverkauf läuft, Karten: 23 bis 62 Euro, www.klassik-am-odeonsplatz.de.

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