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Das Bild des Verstorbenen vor dem Hochaltar.

Requiem für Wolfgang Sawallisch

„Ein großherziger, tiefgläubiger Christ“

München - Bei Mozarts Requiem in der Heilig-Geist-Kirche erwiesen hunderte Münchner dem verstorbenen Dirigenten Wolfgang Sawallisch die letzte Ehre. Sogar der frühere Papst schickte seine Grüße.

Besser wäre die Michaelskirche gewesen, vielleicht sogar der Dom: Eine gute halbe Stunde vor Beginn des Gottesdienstes gab es – bis auf die reservierten Reihen – keinen Platz mehr für die vielen, die Abschied nehmen wollten von „ihrem“ Wolfgang Sawallisch, der am 22. Februar im Alter von 89 Jahren gestorben war. Was dieser große Dirigent für die Münchner Musikfreunde bedeutete, das war gestern nochmals in der Heilig-Geist-Kirche am Viktualienmarkt zu spüren und zu erleben.

Für manchen war es gar ein Déjà vu: In diesem Gotteshaus fand im Januar 1999 das Requiem für Mechthild Sawallisch statt. Auch daran erinnerte Bischof Joseph Clemens, ein Freund der Familie, der eigens aus Rom angereist war, Grüße des früheren Papstes überbrachte und die Messe zelebrierte. Wolfgang Sawallisch habe die „große Hoffnung“ eines tiefgläubigen Christen vorgelebt. Von „außergewöhnlicher Großherzigkeit“ sei er gewesen, vor allem aber „sehr von der geistlichen Dimension der Musik“ überzeugt.

Kaum ein passenderes Opus gab es für diese Feier als Mozarts Requiem: ein Komponist, den Sawallisch so sehr verehrte und den er so inniglich zum Leuchten brachte. Kent Nagano, Staatsopernchor und Bayerisches Staatsorchester führten Teile des Werks auf, dazu das „Ave Verum“. Viel Prominenz war in die Heilig-Geist-Kirche gekommen, darunter Bayreuths Festspielchefin Eva Wagner-Pasquier, Dirigentin Simone Young, Staatsopern-Intendant Nikolaus Bachler, Kunstminister Wolfgang Heubisch, Ex-Intendant Sir Peter Jonas, Thomas Goppel, Präsident des Bayerischen Musikrates, auch Klaus Schultz, früherer Gärtnerplatz-Chef, sowie sein Vorgänger Hellmuth Matiasek mit seiner Frau Cornelia Froboess. Wer die Sänger-Stars vermisste: Brigitte Fassbaender, Marjana Lipovšek und Cheryl Studer sind am 24. März Gäste der Gedenkmatinee im Nationaltheater.

Markus Thiel

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