Wotan segelt

- Erst wenn alle Solistenverträge unter Dach und Fach sind, wird das Geheimnis gelüftet. In Besetzungsfragen gibt sich Bayreuth gern und traditionell geheimnisvoll, doch nun stehen alle Sängerinnen und Sänger für die kommende Sommersaison fest (25. Juli bis 28. August). Im Mittelpunkt: die Premiere des "Fliegenden Holländers" zur Festspiel-Eröffnung. Marc Albrecht dirigiert, Claus Guth inszeniert.

Als Titelheld wurde ein Veteran des Grünen Hügels verpflichtet - John Tomlinson, weltweit der ultimative Wotan, schlüpft nun in die Rolle des unseligen Seemanns. Zwei Bayreuth-Debütanten in weiteren Hauptpartien: Adrienne Dugger singt die Senta, Jaakko Ryhänen ihren Papa Daland. Endrik Wottrich, hier unter anderem als David, Stolzing, Froh sowie Lebenspartner von Wolfgang-Tochter Katharina Wagner bekannt, wurde mit dem Erik betraut.<BR><BR>Kaum Umbesetzungen gibt es in Jürgen Flimms "Ring des Nibelungen", der wieder von Adam Fischer dirigiert wird. Der neue Hagen (statt Tomlinson) ist Peter Klaveness, auch ein Neuling bei den Wagner-Festspielen. Christian Franz, in Bayreuth bisher "nur" als Jung-Siegfried erfolgreich, übernimmt die Partie auch in der "Götterdämmerung" - jedoch lediglich im ersten der drei Zyklen. In den übrigen Vorstellungen (bis auf eine zusätzliche, nichtöffentliche) darf das Publikum mit Wolfgang Schmidt Vorlieb nehmen.<BR><BR>Personelle Kontinuität herrscht im 2002 neu herausgebrachten "Tannhäuser" mit Glenn Winslade (Titelpartie) und Christian Thielemann am Pult. Zwei Neubesetzungen im "Lohengrin": Reinhard Hagen schart als König Heinrich die deutschen Mannen um sich, was nun von Judith Nemeth (Ortrud) kritisch beäugt und lautstark kommentiert wird. Als Lohengrin und Elsa ist wieder das Traumpaar im Wagner-Mekka (und im richtigen Leben) zu erleben: Petra-Maria Schnitzer und Peter Seiffert.

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