Wotans Abschied und ein Halleluja

- Der "Macht des Schicksals" - in Verdis Ouvertüre dramatisch und elegant zugleich beschworen - trotzten die Münchner Symphoniker auf ihre Weise: Im ausverkauften Prinzregententheater gaben sie jetzt ein Benefizkonzert in eigener Sache. Das Orchester, für das die vom Stadtrat beschlossene Streichung der Zuschüsse ab 2005 zum Todesstoß wird, zeigte sich von seiner lebendigsten Seite. Es spielte sich quer durch die Musikgeschichte von Händel bis Bernstein.

<P>So weit gespannt nämlich ist das Repertoire des Ensembles, das Kurt Graunke vor 58 Jahren aus der Taufe hob. Heiko Mathias Förster, der engagierte, junge Chef der Symphoniker, und sein mit Herz und Witz kämpfender Vorgänger Christoph Stepp (mittlerweile im Vorstand des Freundeskreises) hatten ein höchst beziehungsreiches Programm zusammengestellt: Auf Verdis Ouvertüre folgte der dritte Satz aus Mahlers erster Symphonie - ein Trauermarsch.</P><P>Fünftausend Taler - Die<BR>Münchner Symphoniker<BR>sollen leben</P><P>Freunde in der Not haben die Symphoniker gottlob viele. Neben ihrem treuen Publikum den Münchner MotettenChor, der unter Hayko Siemens' Leitung mit Bernsteins "Chichester Psalms" und Händels Halleluja ("Messias") seine Solidarität wohlklingend dokumentierte. Wolfgang Probst war mit Wotans Abschied aus der "Walküre" zu hören, und auch der Nachwuchs stand bereit: </P><P>Während Ikumu Mizusima ihren Dank an die holden Götter richtete (Mozart), beschwor Wilfried Staber mit aller Komik Lortzings "Fünftausend Taler", und der blutjunge Volker Hiemeyer dirigierte Graunkes "Air" mit Eleganz. Operettenstar Anna Maria Kaufmann wandte sich via Emmerich Ká´lmá´n gleich an den "lieben Himmelvater" ("Faschingsfee"). Mit Brandners Samballerina und Lehárs "Gold und Silber"-Walzer lenkte Stepp das Orchester in jene Gefilde, wo es einst als Ball- und gefragtes Filmmusikorchester gut verdient hatte. Die Symphoniker musizierten wahrlich um ihr Leben und bewiesen Kompetenz und Flexibilität auf schönem Klangniveau. Das Publikum votierte eindeutig: Es leben die Symphoniker!<BR> <BR></P>

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