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Hält Hof: Frank’n’Furter (Rob Morton Fowler).

Wunderbare Sauerei

München - Die „Rocky Horror Show“ ist dereit im Deutschen Theater zu sehen. Ein Blick auf die Inszenierung:

Frank’n’Furter hält wieder Hof! Das transen-sylvanische Mitmach- und Mitlach-Musical „Rocky Horror Show“ ist nicht untot zu kriegen. Beim neuen Gastspiel im Deutschen Theater wird der Zuschauerraum von den Fans des Grufticals wieder per Wasserpistolen geflutet, und zum Aufwischen gibt’s kilometerlange Toilettenpapierluftschlangen. Am Ende ist das Zelt ordnungsgemäß verwüstet – so gehört sich das in der Galaxie Transylvania.

Natürlich ist auch diese Tour de Trans so spannend wie die Ziehung der Lottozahlen für Nichtlottospieler – man weiß immer, was passiert, Überraschungen sind pfui. Aber genau das macht den Charme aus. Und davon bietet die 2011er-Show mehr als Reiskörner durchs Publikum fliegen. Gegenüber 2009, als die Inszenierung schon mal zu Gast in München war, haben die Macher nochmals an Tempo und Albernheit zugelegt. Und Hauptdarsteller Rob Morton Fowler ist mehr denn je eine testosteronige Turbo-Tucke, die sich das Bieder-Pärchen Brad und Janet wunderbar zurechtpoppt.

Der Rest der Hauptdarsteller hat gewechselt – herausragend sind Sam Cassidy als Lustknabe Rocky, eine strohblöde Männer-Barbie, und Sean Kingsley als zackige Rollstuhl-Transe Dr. Scott mit schepperndem deutschem Bratwurst-Akzent. Von vorne bis hinten eine Sauerei, diese Aufführung, und das ist gut so.

Bis 23. Oktober,

Telefon 089/ 54 81 81 81.

Von Jörg Heinrich

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