+
Yakari (Dennis Schulze) freundet sich mit dem Mustang-Pony Kleiner Donner an.

Familienmusical

Aufgebläht: Die Kritik zu "Yakari" im Circus Krone München

München - Das Familienmusical „Yakari“ enttäuscht im Circus Krone. Hier lesen Sie die Kritik.

Kinder sind ja meist ein dankbares Publikum. Solange es bunt zugeht, die Darsteller da oben auf der Bühne sie dann und wann ins Geschehen mit einbeziehen und Mama oder Papa außerdem noch Popcorn oder Schokolade bereithalten, jubeln sie, auch wenn man alles hätte viel besser machen können. Am Dienstagnachmittag im Circus Krone brauchte es viel Popcorn für die gute Laune – denn man hätte eben vieles besser machen können.

Vermutlich ist das Problem, dass „Yakari“, die beliebte Zeichentrickserie, ein Selbstläufer ist: Für eine Musical-Fassung verkaufen sich die Karten wie von selbst. Zweimal hat die Show bereits den Sold Out Award gewonnen. Überzeugend ist sie trotzdem nicht.

Das liegt vor allem an der Länge. Etwas mehr als zwei Stunden (20 Minuten Pause) begleiten wir den Indianerbuben Yakari (perfekt für diese Rolle mit seiner guten Laune: Dennis Schulze) – aber leider wird nie so recht klar, worauf das alles hinauslaufen soll. Zu viele unnötige Nebenstränge blähen die Geschichte auf, zerfasern den eigentlichen Plot. Denn sollte es nicht eigentlich – wie im Programmheft angekündigt – um das Anfreunden mit dem Mustang-Pony Kleiner Donner gehen? Stattdessen baut Autor und Komponist Thomas Schwab uninspirierte Albernheiten und langatmige Zwischenanekdoten ein, die man deutlich straffen müsste. Böse Zungen könnten unterstellen, dass hier unnötig verlängert wurde, um eine Pause zu rechtfertigen, in der die umfangreiche und ausführlich beworbene Werbeprodukt-Palette verkauft werden soll.

Zumindest Kostüme und Requisite (Olivera Blagojevic und Julian Kochendörfer) sind fantasievoll gemacht. Etwas vielseitigere Inhalte als die Dauer-Botschaft „Sei ein guter Freund“ fehlen jedoch völlig. Deswegen sitzt so mancher Erwachsene gelangweilt in der Stuhlreihe. Die Kinder machen brav bei allen Albernheiten mit. Und obwohl die Show für Mädchen und Buben ab drei Jahren empfohlen ist, hätte etwas weniger Zeichentrick-Unruhe gutgetan. Denn auch die Jüngsten freuen sich, gefordert zu werden und nicht nur Blödeleien serviert zu bekommen.

Weitere Vorstellungen bis 16. August im Circus Krone. Karten unter Telefon 089/ 54 81 81 81 0.

Von Katja Kraft

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Peter Konwitschny inszeniert Straus: Mit den Waffen der Operette
Wie andere könnte man sich über die Operette lustig machen. Oder man nimmt den „Tapferen Soldaten“ so ernst wie Peter Konwitschny bei seinem späten Debüt am …
Peter Konwitschny inszeniert Straus: Mit den Waffen der Operette
Waka waka: Shakira bringt die Olyhalle zum Ausflippen
Popstar Shakira hat am Sonntagabend in der ausverkauften Olympiahalle die Massen zum Ausflippen gebracht. Die Kritik:
Waka waka: Shakira bringt die Olyhalle zum Ausflippen
Andreas Gabalier im Olystadion: Volks-Rock-Party vor vollem Haus
Er hat es wieder getan: Andreas Gabalier hat zum dritten Mal in Folge das ausverkaufte Olympiastadion gerockt. Lesen Sie hier unsere Konzertkritik vom Samstagabend.
Andreas Gabalier im Olystadion: Volks-Rock-Party vor vollem Haus
Tiefe Trauer um den „Guttei“
Nicht nur in der Gemeinde Neubeuern sitzt der Schock tief: Der Chorleiter und begeisterte Dirigent Enoch zu Guttenberg ist im Alter von 71 Jahren gestorben. Lesen Sie …
Tiefe Trauer um den „Guttei“

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.