Zarte Klänge aus Schweden

- Im vierten Abonnementkonzert des Münchener Kammerorchesters unter Leitung von Juha Kangas stand hauptsächlich Musik des 20. und 21. Jahrhunderts auf dem Programm, wobei ausgerechnet Samuel Barbers glattes, geschniegeltes und irgendwie kernloses "Adagio for Strings" op. 11 den Anfang machte.

<P>Immerhin wurden noch eine Erstaufführung, ein Ives- und ein Carter-Stück, sowie eine Symphonie des (fast immer) kühnen Joseph Haydn geboten - alles andere als brave, retrospektive Kunst also. Hauptprogrammpunkt war die deutsche Erstaufführung des "Konzerts für Altsaxophon und Streichorchester" des 56-jährigen schwedischen Komponisten Anders Eliasson. </P><P>Diese taghelle, mürbe und äußerst zarte Musik - so dachte man sich - hätte Schostakowitsch vielleicht komponiert, wenn er etwas optimistischer gewesen wäre. In ihrer Statik und angenehmen Blässe konnte man zudem jene Art regionaltypischer Stilmerkmale erkennen, die sich auch bei vielen anderen seiner skandinavischen Kollegen finden lassen - womit natürlich nicht ihre Eigenständigkeit bestritten werden soll.<BR><BR>Solist war der Amerikaner John-Edward Kelly, der das Konzert auch in Auftrag gegeben hatte und der sich hier in bester Verfassung zeigte. Die Figurationen und die ruhelose Aktion bereiteten ihm keinerlei Probleme, ebenso wenig die volumenreiche Tonprojektion, was ja bei diesem im Grunde nicht besonders dankbaren Instrument, dem Altsaxophon, zuweilen enorme Schwierigkeiten bereitet. Als Dank für den herzlichen Applaus gab es noch ein Stück des "amerikanischen Schubert" Stephen Foster.</P><P>Nach Elliott Carters "Elegy", einer der unsülzigeren Versuche dieses Genres, und Charles Ives' chaotischen "Tone Roads Nr. 1" wurde schließlich noch Haydns Symphonie Nr. 83 g-moll aufgeführt. Juha Kangas orientierte sich hier offenbar an "historischen" Interpretationsansätzen, und deshalb gab es sehnigen, vibratoarmen Klang, stramme Tempi und zackige Rhythmik zu hören. <BR></P>

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