Zartes Halleluja

- Weihnachten mit José Carreras", unter diesem Motto hat der Startenor ein farbenreiches Programm mit Klängen des 16. Jahrhunderts bis zur Gegenwart, darunter Werke von Tschaikowsky, Mozart, Fermin Maria Alvarez, César Franck und Alphonsus dé Liguori, zusammengestellt.

<P>"Begleitet von den präzis spielenden Münchner Symphonikern unter dem zupackend engagierten Dirigat von Carreras' langjährigem Weggefährten, dem Argentinier Enrique Ricci, sowie den Augsburger Domsingknaben und der ukrainischen Sopranistin Victoria Loukianetz gastierte er damit in der Philharmonie.<BR><BR>Für sein Münchner Publikum bezog Carreras besinnlich-sakrale Werke mit ein, wie das von den Augsburger Domsingknaben sanft a cappella gesungene "Hodie Christus natus est" von Giovanni Gabrieli. Interessant, wie fein das "Halleluja" aus Händels "Messias" ertönen kann, wenn es, wie von den Augsburgern, zart und engelsgleich angestimmt wird, anstatt wie so häufig schmetternd in den Raum gebrüllt.<BR><BR>Gewöhnungsbedürftig hingegen ist der Sopran von Victoria Loukianetz, die das "Et incarnatus est" aus Mozarts großer c-moll Messe KV 427 mit schneidend scharfen Höhen schmetterte. Erträglich, aber schwer verständlich war sie mit Händels "Joy to the world", "Leise rieselt der Schnee", "Die heiligen drei Könige aus Morgenland" von Richard Strauss und dem gemeinsam mit Carreras gesungenen "Ave Maria" von Pietro Mascagni, wobei ihr Versuch, sich als Diva in Szene zu setzen, ziemlich unangemessen war. </P><P>Neben einem Star wie José Carreras, der über ein Höchstmaß an emotionaler Ausdruckskraft und Bescheidenheit verfügt, kommt das nicht gut.<BR><BR>Traditionellen Volksweisen ließ Carreras betörend schön Schuberts "Mille cherubini in coro" folgen, kam mit "White Christmas" und "I'll be home for Christmas" in der Weihnachtswelt der Neuzeit an und beendete seinen Zugabenreigen mit "Stille Nacht". Standing Ovations. </P>

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