Nach Messer-Mord in Neuhausen: Polizei sucht diese zwei Männer

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Zaubermischung

- Welche Lust muss es sein, den Kontrabass zu zupfen! Zumindest dann, wenn sich drumherum die Kollegen vom Orchestra of the Age of Enlightenment (AOE) scharen und am Pult Sir Simon Rattle steht - die leibhaftig gewordene Zaubermischung aus intellektueller Wachheit, musikantischer Spielfreude und herausforderndem Charme.

<P>Aufgereiht hinter den Holzbläsern stehen die Bässe, und in ihrer Mitte agiert eine strahlende Stimmführerin, der man die Freude am Musikmachen ansieht und hört. Sie lieferte aufgrund ihrer zentralen Position den optischen Beweis für das, was auch in der ausverkauften Münchner Philharmonie zu hören war: Das AOE mit seinen historischen Instrumenten ist ein Ausnahme-Ensemble. Simon Rattle arbeitet seit 1992 mit dem sechs Jahre zuvor gegründeten Orchester. </P><P>Und als Solist war ein Ausnahme-Geiger mit im Bunde: Thomas Zehetmair. Die drei fanden zum beeindruckenden Miteinander in Schumanns Violinkonzert. Geschlossenen Auges versenkte sich Zehetmair in die komplexen Abgründe seines Parts, der im intensiven Mittelsatz trotz inniger Kantilene die Verlorenheit der Geige (des kranken Schumann?) fühlbar werden ließ. Rattle modellierte den naturhaften Orchesterklang und verflocht die musikalischen Linien. Seine Hinwendung zu den Partnern schaffte die Voraussetzung für jenes wunderbare Ineinandergreifen, das Pianissimo-Langsamkeit (Kopfsatz) ebenso erlaubt wie die Feinarbeit im tänzerischen Finale.</P><P>Das Stück wurde von zwei Brahms-Werken umrahmt: von einer "Tragischen Ouvertüre", die ihren Namen wirklich verdiente, und von den höchst subtil charakterisierten Haydn-Variationen. In der abschließenden durchkomponierten vierten Symphonie Schumanns brach, nach intensiv-langsamer Einleitung, das Leben sich Bahn, trieb Rattle die Themen in den Wettstreit, ließ er in der Romanze die ausdrucksvolle Solovioline vom Orchester weich umspielen und federte im Scherzo die Deftigkeit elegant ab. Faszinierend, wie er Schumanns Dramaturgie in lebendige Klangrede umsetzte. Das Publikum war hingerissen und jubelte - zur sichtbaren Freude aller Beteiligten.<BR></P>

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