Die Zehn Gebote des Theaters

- Das Beste vorweg: Die Eintrittspreise bleiben stabil, der Service wird noch mehr verbessert, mit der Theaterkarte für die städtische Bühne kann man nach wie vor den MVV benutzen, und das Abonnement ist nur insofern teurer geworden, als statt fünf nunmehr sechs Vorstellungen im Abo-Paket enthalten sind.

<P>Gestern gab Intendant Frank Baumbauer zusammen mit seinem Team, darunter die künftige Chefdramaturgin Barbara Mundel, einen Ausblick auf die neue Spielzeit und darauf, was die Besucher der Münchner Kammerspiele 2004/ 05 zu erwarten haben.<BR><BR>Im Frühjahr "Hamlet"</P><P>Die neue Saison steht unter dem Motto Religion. Mittels einzelner Inszenierungen, Diskussionen, Vorträgen usw. soll erforscht werden, welche Bedeutung die Religionen und die Zehn Gebote in unserem heutigen Leben noch haben. Zu diesem Thema gibt es nicht nur eine neue Veröffentlichung der Dramaturgie mit dem Titel "Bekenntnisse", in der Autoren, Politiker, Schauspieler ihre Gedanken preisgeben, sondern auch die Veranstaltungsreihe "Brandherde".<BR><BR>Eine Neuinszenierung beschäftigt sich denn auch deutlich und direkt mit dem Thema: Der Holländer Johan Simons wird nach den gleichnamigen Filmen von Krzysztof Kieslowski "Die Zehn Gebote" auf die Bühne bringen.<BR><BR>"Zwei große Herausforderungen", so bezeichnet Barbara Mundel die Hauptrojekte der kommenden Saison - Friedrich Hebbels "Nibelungen"-Trilogie in der Regie von Andreas Kriegenburg und William Shakespeares "Hamlet", inszeniert von Lars-Ole Walburg. Die Frage nach der Besetzung der Titelrolle konnte oder wollte Frank Baumbauer nicht beantworten. Nur so viel: "Wir haben mindestens drei Schauspieler, die als Hamlet in Frage kommen."<BR><BR>Bespielt werden auch in der kommenden Saison insgesamt drei Räumlichkeiten: neben dem Schauspielhaus der Werkraum, der ausschließlich Zeitgenössischem vorbehalten bleibt, und die Bühne im Neuen Haus, die mit dem Hasenbergl-Projekt "Ein Junge, der nicht Mehmet heißt" den Theaterstaat "Bunnyhill" ausruft.<BR><BR>Was seine Vertragsverlängerung über 2006 hinaus betrifft, sagt Baumbauer relativ konkret: "Wir gehen davon aus, die Arbeit hier fortzusetzen. Unterschrieben wird aber erst im Juni." Wahrscheinlich wird er demnach bis 2009 die Kammerspiele leiten. Der Stadtrat jedenfalls gab längst dafür schon grünes Licht.<BR><BR>Ob aber Baumbauer in die zweite Amtszeit seine neue Chefdramaturgin folgen wird, ist indes ungewiss. Mundel, die bis zum Ende dieser Saison noch Intendantin in Luzern ist, liebäugelt mit einer neuen Intendanz. In Freiburg nämlich hat man starkes Interesse an ihr angemeldet. Mundel: "Wie ich mich auch entscheiden werde, für München oder für Freiburg, es wird mir in jedem Fall sehr schwer fallen."<BR></P>

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