Wo die Zitronen blühen

- Voller Überraschungen steckt wieder das Programm des Münchener Kammerorchesters. Christoph Poppen stellte die Saison 2004/05 im neuen Domizil seines Ensembles, im Prinzregententheater, vor. Mit seinen sieben Abo-Konzerten wechselt das Orchester mit dem von Poppen dirigierten Eröffnungskonzert am 7. Oktober vom Herkulessaal in das "mehr psychologische Nähe zum Publikum" möglich machende Prinzregententheater.

<P>Statt eines Komponisten steht in der kommenden Saison eine "kultur-geographische" Region im Mittelpunkt: Italien. Dabei wird italienische Musik aus verschiedenen Jahrhunderten mit Zeitgenössischem konfrontiert: Franco Donatoni und Ivan Fedele mit Boccherinis Cello-Konzert (mit dem jungen Jean-Guihen Queyras) und Verdis Streichquartett in Orchesterfassung (18. November). Werke von Luciano Berio und Luca Francesconi reiben sich mit solchen von Salieri, Vivaldi, Sammartini, Puccini und Boccherini am 16. Dezember. Solist ist Stefan Schilli (Oboe), es dirigiert der junge Thierry Fischer.<BR><BR>Opern-Uraufführung im Theater der Jugend</P><P>Am 11. Januar 2005 lässt Poppen Mozarts Serenata notturna D-Dur auf Berios Notturno treffen und setzt dazwischen eine Uraufführung: Gideon Lewensohns "ViolAlive", ein Auftragswerk für die Bratschistin Kim Kashkashian und das Kammerorchester. Emmanuel Pahud ist der Solist des 1972 entstandenen Flötenkonzertes von Salvatore Sciarrino, das mit Kagels "Das Konzert" für Flöte, Harfe, Schlagzeug und Streicher kombiniert wird; dazu Respighi und Cherubini (10. März). Gemma Bertagnolli singt am 21. April italienische Arien von Händel und Vivaldi, flankiert von zwei Sinfonien von Haydn und Boccherini. Giovanni Antonini, ein mit der historischen Aufführungspraxis wohl vertrauter Dirigent, übernimmt die Leitung. Am 9. Juni erklingt Corelli im Original, danach Michael Tippets Huldigung, seine Fantasia über ein Thema von Corelli. Dazwischen tritt der Primarius des berühmten Arditti-Quartetts, Irvine Arditti, mit Kompositionen von Berio und Francesconi an. Die Leitung hat Stefan Asbury.<BR><BR>Durch Italien Inspiriertes, wie Tschaikowskys "Souvenir de Florence" oder Wolfs "Italienische Serenade" werfen im ersten und vierten Konzert einen Blick von draußen auf das Land, wo die Zitronen blühen. Neben dieser anspruchsvollen Konzertreihe widmet sich das Kammerorchester vielfältigen Aufgaben: Erstmals hat es mit dem Theater der Jugend einen Auftrag für eine Jugendoper vergeben. Volker Nickel schreibt sie, Peer Boysen lieferte das Libretto und führt Regie beim uralten, ewig jungen Thema "Orpheus" (Premiere am 8. Januar 2005). Kinder samt Plüschtiere lockt das Orchester an Weihnachten und im Fasching zu Konzerten mit Sunnyi Melles. Darüber hinaus gibt es wieder drei Nachtkonzerte in der Pinakothek der Moderne, zwei Kammermusikkonzerte im Carl-Orff-Zentrum und fünf Sonderkonzerte vom ARD-Wettbewerb bis zur Bundesgartenschau.</P><P>Weitere Infos gibt es unter www.muenchener-kammerorchester.de.<BR></P><P>Das nächste Nachtkonzert in der Pinakothek der Moderne ist am morgigen Samstag, 22 Uhr: ein Komponistenporträt Anton Weberns.</P><P> </P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Waka waka: Shakira bringt die Olyhalle zum Ausflippen
Popstar Shakira hat am Sonntagabend in der ausverkauften Olympiahalle die Massen zum Ausflippen gebracht. Die Kritik:
Waka waka: Shakira bringt die Olyhalle zum Ausflippen
Peter Konwitschny inszeniert Straus: Mit den Waffen der Operette
Wie andere könnte man sich über die Operette lustig machen. Oder man nimmt den „Tapferen Soldaten“ so ernst wie Peter Konwitschny bei seinem späten Debüt am …
Peter Konwitschny inszeniert Straus: Mit den Waffen der Operette
Andreas Gabalier im Olystadion: Volks-Rock-Party vor vollem Haus
Er hat es wieder getan: Andreas Gabalier hat zum dritten Mal in Folge das ausverkaufte Olympiastadion gerockt. Lesen Sie hier unsere Konzertkritik vom Samstagabend.
Andreas Gabalier im Olystadion: Volks-Rock-Party vor vollem Haus
Tiefe Trauer um den „Guttei“
Nicht nur in der Gemeinde Neubeuern sitzt der Schock tief: Der Chorleiter und begeisterte Dirigent Enoch zu Guttenberg ist im Alter von 71 Jahren gestorben. Lesen Sie …
Tiefe Trauer um den „Guttei“

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.