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Zugunsten der BR-Orchesterakademie

- "Es war ein steiniger Weg von Trier aus", resümiert der erst 24-jährige Thomas Leyendecker und strahlt, denn er weiß: "Eigentlich bin ich schon hier am Ende der Fahnenstange angekommen." Seit eineinhalb Jahren gehört der junge Posaunist zu den 18 Auserwählten, die an der Akademie des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks ihr Studium krönen dürfen.

Und nun haben ihn die Berliner Philharmoniker - nach erfolgreichem Probespiel - eingeladen, drei Konzerte unter Nikolaus Harnoncourt mitzuspielen. Wenn's klappt, sitzt der sympathische, blonde Bursche vielleicht schon bald bei den Berlinern an der "Soko-Posaune": "Zweite Posaune oder Bassposaune können zwar kaum glänzen, müssen aber sehr gut gespielt werden, sonst ist der erste Posaunist geliefert."<BR><BR>Für dieses höchste Orchester-Niveau holte sich Leyendecker als BR-Akademist den letzten Schliff. Neben dem Unterricht erhalten die Postgraduate-Studenten freie Unterkunft im Akademie-Haus und monatlich 500 Euro. Ihre Gegenleistung: Sie müssen im Ernstfall - in Symphoniekonzerten und bei der musica viva - ihren Part mitspielen.<BR><BR>Wenn allerdings heute das BR-Symphonieorchester unter der Leitung von Mariss Jansons (20 Uhr , Prinzregententheater) Dvorá´ks Achte und Mozarts Konzert für Flöte und Harfe aufführt, sind die Stipendiaten nur Nutznießer. Der Erlös des Benefizkonzertes fließt der Akademie zu, die als gemeinnütziger Verein vom Bayerischen Rundfunk, von Sponsoren und Spenden finanziert wird.<BR><BR>"Mariss Jansons liegt die Akademie wirklich sehr am Herzen", bestätigt Thomas Leyendecker, der seine Akademie-Zeit genutzt und genossen hat. "Ich musste nicht jedes Probespiel mitmachen, konnte mir bei Wettbewerben die internationale Konkurrenz anhören und habe viel Solo-Literatur studiert und eigene Recitals gegeben."<BR><BR>Obwohl Thomas Leyendecker von seinen Lehrern in Trier und Saarbrücken mit großem Respekt erzählt, nutzte er als Akademist die Chance, auch mit anderen Blech- und Holzbläsern zu arbeiten: "Das bringt musikalisch viel, und die Technik hat man sowieso schon drauf."<BR><BR>Als Zwölfjähriger entdeckte Leyendecker die Posaune, spielte sich durch Schul-, Landesjugend- und Bundesjugendorchester. Heftig wehrt er sich dagegen, dass Musiker außer Musik nichts im Kopf hätten. "Mich interessiert ein zweckfreies Zweitstudium. Vielleicht Theater-, Kunstwissenschaft und Psychologie."<BR><P> </P>

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