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Zucchero auf dem Tollwood.

Der italienische Joe Cocker in Aktion

Zum Niederknien: Zucchero begeistert auf dem Tollwood

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Bei seinem Auftritt in der proppenvollen Musikarena des Tollwood-Festivals gab Zucchero sich als Cowboy, der schon jeden Saloon der Welt gesehen und jede Steppe beritten hat.

Die Grundschullehrerin, die ihm seinen bis heute gültigen Spitznamen gegeben hat, hätte mindestens eine Woche „Nachsitzen“ verdient. „Zucchero“ („Zucker“) hat sie den kleinen Fornaciari genannt, der heute 61-Jährige ist aber alles andere als ein süßer Kerl. Der Italiener ist ein Blueser, ein Souler, ein Rocker – ein gestandener Musiker, Multiinstrumentalist und Songwriter. Und kein weichgespülter südeuropäischer Schlagerbarde wie dieser – na, Sie wissen schon.

Bei seinem Auftritt in der proppenvollen Musikarena des Tollwood-Festivals gibt er sich als Cowboy, der schon jeden Saloon der Welt gesehen und jede Steppe beritten hat. Seine raue Stimme, die problemlos auch mal sanft klingen kann, die Art, wie er mit den Fingern zuckt und die Arme unkontrolliert bewegt, wie er die Augen zusammenkneift, den Bauch nach vorne streckt und leidenschaftlich ins Mikrofon singt – Moment mal, das ist doch Joe Cocker! Fürwahr: Zucchero ist der italienische Joe Cocker, wenn nicht gar sein bis heute geheim gehaltener Bruder. Wahnsinn, welch Blues, Soul und Rock dieser Italiener in der Stimme, im Blut, im Körper hat! Dazu seine zwölfköpfige Band, sensationelle Musiker aus aller Welt, die italienischen Pop genau so perfekt beherrscht wie den amerikanischen Blues, den Soul, den Gospel, den Rock – ach was: alles!

Gute zwei Stunden legt Zucchero einen mitreißenden Auftritt hin, der seinen Fans (nur wenige dürften unter 35 Jahre alt sein) wohl für immer in Erinnerung bleiben wird. Als er zum Ende dank moderner Technik „Miserere“ zum Besten gibt (sein mittlerweile verstorbener Duett-Partner Luciano Pavarotti wird via Videoleinwand zum Leben erweckt), herrscht Gänsehaut-Atmosphäre. Ein Abend zum Niederknien. Das wäre auch eine Strafe für die Lehrerin: Zwei Stunden lang knien – dabei aber nicht Zucchero, sondern Ramazzotti hören müssen. 

armin Rösl

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