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Wie nur bringt der Magier schöne Frauen zum Schweben? Die Zauberer der „Magic!“-Show begeistern im Münchner Prinzregententheater auch Erwachsene. 

Zurück in die Kindheit: "Magic!" im Prinzregententheater

München - Zauberei ist eine Zeitmaschine. Selbst Erwachsene verwandeln sich binnen kürzester Frist in ein staunendes Kind zurück.

Kaum etwas macht so viel Spaß wie das Grübeln darüber, wie der Magier es schafft, hübsche Frauen verschwinden und wieder auftauchen zu lassen.

Im ausverkauften Münchner Prinzregententheater hatte das Publikum Freude, von den Künstlern der „Magic!“-Show zum Staunen verführt zu werden, obwohl das verschwurbelte Konzept dies nicht eben einfach machte: Reichlich wirr wechselten sich Teams unterschiedlichster Güte ab. Einzige Klammer waren zwar hübsche, aber kryptische Bilder aus Sand, die von einer Künstlerin rasend schnell live angefertigt wurden und vage etwas mit dem auftretenden Magier zu tun haben sollten.

Die Nummern selbst waren immer unterhaltsam, auch wenn man viele schon oft gesehen hat. So überzeugten das aberwitzige ukrainische Duo „Double Fantasy“ oder der italienische Illusionist Gaetano Triggiano mit erstaunlichen Variationen altbekannter Effekte. Lehrreich war der Abend auch, denn man konnte sich als Kulturpessimist darin bestätigt sehen, jeder Form moderner Technik zu misstrauen: Licht und Musik waren nicht immer dort, wo sie sein sollten. Wer aber weiß, wie wichtig dies für einen Trick ist, kann ahnen, wie sehr es in manchem Magier gebrodelt haben mag, wenn es nicht lief, wie es laufen sollte. Wer auf sein Handwerk zurückgreifen konnte, rettete die Situation. Wer seine Nummer völlig auf Computertechnologie aufgebaut hatte, wie der unglückliche Franzose Jean Garin, war erst mal verloren.

Zoran Gojic

Weitere Vorstellungen bis 6. Januar; Telefon 089/ 93 60 93.

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