Mit Zuversicht in die dritte Runde

- Der Münchner Volkstheater-Intendant Christian Stückl hat mit seiner "Politik der jungen Mannschaft" Recht behalten. In nur zwei Spielzeiten konnte er dem Haus an der Briennerstraße mit vorwiegend gerade diplomierten Schauspielern, vielversprechendem Regie- Nachwuchs und vielfältigen Spielplan-Ideen - auch spannend weit weg vom "Volkstheater" (Beispiel: Albees "Die Ziege"), ein neues, attraktives Profil geben. Jüngeres Publikum wurde auf Anhieb angezogen. Aber auch die zunächst skeptischen älteren Münchner sind zurück gewonnen.

<P>Im Vergleich zu seiner ersten Saison ein Besucherzuwachs von 17 und eine Platzauslastung von 73 Prozent, Auszeichnungen und Preise für Florian Fiedler, Jorinde Dröse (Regie), Brigitte Hobmeier, Leopold Hornung (Darstellung) und Stückls Feststellung "die Münchner Presse mog uns". Mit dieser Bilanz geht der Hausherr zuversichtlich in seine dritte Runde.<BR><BR>Auch jetzt weiterhin auf jungem Kurs: Florian Fiedler lässt er den Saison-Auftakt inszenieren: Horvá´ths "Kasimir und Karoline" (24. 9.) - pünktlich zum Oktoberfest, Hintergrund dieser tragischen Alltagsgeschichte. Und zwei (insgesamt drei) neue Ensemble-Mitglieder wirft er, typisch Stückl, ins kalte Wasser: Stephanie Schadeweg, frisch von der Schule in Hamburg, ist als Karoline besetzt, der Münchner "Falckenbergler" Nicholas Reinken als Schürzinger.<BR><BR>Jorinde Dröse, erfolgreich mit "Was ihr wollt", hat sich Marieluise Fleißers "Fegefeuer in Ingolstadt" gewünscht (20. 1. 2005). Gespannt darf man ebenfalls sein auf Stückls Inszenierung von Wedekinds Urfassungs-"Lulu" (9. 11.) mit der großartigen Brigitte Hobmeier. Außerdem, nach "Geierwally" und "Kneißl", auf einen noch nicht näher benannten "bayerischen Stoff".<BR><BR>"Die Jungen Riederinger", ganz klar die Publikumsschätzchen, geben musikalisch den Ton an - Konzert am 6. 3. 2005. Zwei weitere Premieren im April und Juni. Weiterhin die Tanzbar und Montagsclub mit Lesungen, Performern und Bands. Neu das Projekt "Radikal jung". In einem Symposion (15. bis 17. 10.) können 14 junge Regisseure, ausgewählt von Anke Roeder und C. Bernd Sucher, ihre Ansätze vorstellen. Die Ergebnisse werden in Buchform veröffentlicht und in einem Festival (16. bis 24. 4. 05) im Volkstheater vorgestellt.<BR><BR>Stückl, ein erfolgreicher und engagierter Theaterchef - den die Stadt auch nach 2006 halten will. Und er, ganz Charme-Diplomat: "Ich möcht' erst mal die Hälfte meiner Vertragszeit erfüllen, mich erst im April, Mai entscheiden . . ."<BR><BR></P><P> </P><P> </P>

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