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Die Kabarettisten Tobias Bonn alias Toni Pfister (r.) und Christoph Marti alias Ursli Pfister singen in Berlin auf der Buehne der Bar jeder Vernunft.

Hommage an Peter Alexander und Mireille Mathieu

Berlin - Kabarett vom Feinsten: Die Geschwister Pfister setzen Peter Alexander und Mireille Mathieu ein Denkmal. Warum findet das Publikum die schmalzigen Schlager so gut?

Wäre es der Grand Prix gewesen, das Publikum hätte zwölf Punkte gegeben. Die Schlager-Show “Servus Peter - O là là Mireille“ hat am Mittwochabend ihre Premiere in Berlin gefeiert. Die Geschwister Pfister, seit Jahren Stars der Kabarett-Szene, singen bei der Hommage Hits wie “Die kleine Kneipe“, “Der Papa wird's schon richten“ und “Akropolis Adieu“. Es ist ein Abend mit viel Augenzwinkern, einigen Kostümwechseln und einer fast perfekten Mireille-Mathieu-Frisur.

Neben der französischen Sängerin und dem kürzlich gestorbenen Peter Alexander verkörpern Toni und Ursli Pfister auch Heintje, Roy Black und Anneliese Rothenberger - letztere sieht ein bisschen aus wie Dustin Hoffman als “Tootsie“. Auf der Bühne in der Bar jeder Vernunft kann der Zuschauer direkt in die beiden Garderoben von “Mireille“ und “Peter“ gucken. Davor steht eine altmodische Bar wie aus einem Fernseh-Sketch von früher.

Die Show ist mehr als Travestie und Verkleidung. Nicht nur musikalisch und tänzerisch liefern die beiden Männer eine perfekte Show ab, sie hat noch ganz andere Dimensionen. Sonst würde das Publikum Schmalz wie das “Rössl-Medley“, “Sur le pont d'Avignon“ und “Peterle“ auch kaum aushalten.

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Das deutsch-schweizerische Duo hat die biedere Fernsehunterhaltung aus den 70er Jahren seziert und parodiert die Gesten des Showbusiness, ohne den Respekt zu verlieren - die weit ausholenden Arme, die neckischen Scherze der Bühnenpartner. Und die Binsenweisheiten wie “Musik kennt keine Grenzen“ oder “Es gibt so viel Schlimmes auf der Welt“.

Schauspielerin Maren Kroymann findet die Show “super“. Und hat eine Erklärung, warum sie so gut funktioniert: “Wir erkennen jetzt die Gesellschaft von damals.“ Die Geschwister Pfister zeigten, was das Spezielle an der Unterhaltung von früher war. “Es wird so viel Ideologie klar.“

Man kann die Show aber auch einfach als Schlagerfreund genießen. Am Ende singt “Mireille“ ein zweites Mal “Akropolis Adieu“. Das Publikum ruft “Bravo“ und trampelt mit den Füßen. In Köln hatte sich das Duo (begleitet vom Jo Roloff Trio) warm gespielt, in Berlin ist es einen Monat lang zu sehen. Zu den nächsten Stationen gehören Düsseldorf, Aachen, Sylt, St. Gallen, Bern, Linz, Nürnberg und München.

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