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Viele Männer lassen sich erst untersuchen, wenn sie schon richtig krank sind. Aber regelmäßige Arztbesuche allein reichen nicht - auch eine gesunde Partnerschaft ist wichtig. Foto: Silvia Marks

Arztmuffel Mann - So fördert Frau des Liebsten Gesundheit

Männer sind Vorsorgemuffel. Statt auf den eigenen Körper zu hören, gehen sie erst zum Arzt, wenn ihnen etwas wehtut. Frauen können für einen Mann im wahrsten Sinne des Wortes gesund sein.

Hannover (dpa/tmn) - Wenn es um ihren Körper geht, sind Männer eigen. Kein Wunder, dass die Frauen eine wichtige Rolle für seine Gesundheit spielen. Männer rauchen mehr, trinken öfter Alkohol und gehen bei einer Krankheit erst spät zum Arzt.

Dass Männer mit ihrer Gesundheit nachlässig umgehen, haben Studiender Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ergeben. "Männer sehen ihren Körper als Werkzeug", sagt Theodor Klotz, Chefarzt der Klinik für Urologie in Weiden in der Oberpfalz. "Erst wenn ihnen etwas auffällt oder wirklich wehtut, gehen sie zum Arzt."

Viele Männer lassen sich erst dann untersuchen, wenn sie schon richtig krank sind. Aber regelmäßige Arztbesuche allein reichen für ein gesundes Leben nicht aus. Um Krankheiten vorzubeugen, spielen laut Klotz fünf Faktoren eine wichtige Rolle: 1. eine stabile Partnerschaft, 2. regelmäßige Bewegung, 3. eine abwechslungsreiche Ernährung, 4. ein strukturierter Tagesablauf und 5. ergänzend dazu die medizinische Vorsorge.

Eine stabile Partnerschaft ist so wichtig, weil sich Männer ab 40 Jahren stark auf ihr soziales Umfeld und auf eine funktionierende Partnerschaft fokussieren. "Frauen kommen ganz gut alleine zurecht", sagt Klotz. Bei einem Mann macht es einen großen Unterschied, ob er alleinstehend oder in einer Beziehung ist. "Männer achten dann ganz anders auf ihre Ernährung und auf ausreichend Bewegung. Deswegen ist eine stabile und glückliche Beziehung vor allem im Alter sehr wichtig."

Eine Partnerin kann für einen Mann also durchaus gesund sein. Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts leben Männer in einer Beziehung durchschnittlich zwei Jahre länger als ein Single-Mann. "Es ist nun mal so, dass Frauen häufig die Rolle des Gesundheitsmanagers übernehmen", erklärt Diplom-Psychologe Thomas Altgeld. Sie kümmern sich oft darum, wann die nächsten Arzttermine anstehen oder welche Impfung als nächstes fällig ist. "Geht es dem Mann schlecht, wird ihm seine Frau raten, heute mal nicht zur Arbeit zu gehen. Wäre er alleine, würde er sich selbst tendenziell eher überschätzen und die Symptome überspielen."

Aber auch der Mann selbst soll sich natürlich für die eigene Gesundheit interessieren. Dafür sei eine offene Kommunikation daheim wichtig, sagt Monika Köster von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Wichtig ist die Frage, was Mann selbst für seine Gesundheit tun kann: Wie ist eine gesunde Ernährung trotz Fulltime-Job möglich? Was kann man zum Stressabbau tun, und wie kann ich mehr Bewegung in den Alltag bringen? "So werden die Themen Gesundheit und Prävention gleich viel alltäglicher und greifbarer."

Auch dabei spielen Familie und Partnerschaft eine große Rolle: Ist die Ernährung während der Arbeitszeit eher eintönig, kann man sich für das Wochenende vornehmen, mit der Familie gemeinsam etwas Leckeres und Gesundes zu kochen.

Außerdem sollten Familien die Wochenenden aktiv gestalten. Spaziergänge, Radtouren oder eine Runde Federball machten schließlich der ganzen Familie Spaß, sagt Köster. "Das Schöne ist, man fühlt sich einfach besser und tut gleichzeitig noch etwas für seine Gesundheit."

Bewegung ist wichtig, um Krankheiten vorzubeugen - aber auch bei schon bestehenden Problemen, lässt sich mit Bewegung etwas erreichen. "Bei Diabetes mellitus Typ 2 beispielsweise können die Blutzuckerwerte sinken", erzählt die Expertin. Männer leiden übrigens häufiger an Diabetes als Frauen. "Das liegt aber nicht nur an den Männern, sondern auch an bestimmten Stereotypen, die ein Mann erfüllen muss", sagt Thomas Altgeld. "Wenn beim Essen mit der Familie etwas übrig bleibt, bekommt es der Mann hingeschoben, um es aufzuessen. Außerdem bekommen die meisten Männer sowieso schon größere Portionen als die anderen."

Es liegt also nicht nur an den Männern sich zu ändern. Die ganze Familie kann manche Gewohnheiten verändern. "Männer brauchen ein Ziel, um Veränderungen einzugehen", sagt Chefarzt Theodor Klotz. Für Männer sei es sehr wichtig, dass die Partnerin signalisiert, dass sie noch lange glücklich und gesund mit ihm zusammenleben will. "Das könnte schon genug Motivation für einen Mann sein, mehr auf sich zu achten und auch öfters zur medizinischen Vorsorge zu gehen."

Service:

Wissenswertes und Aktuelles zum Thema Gesundheit finden Männer auch beim Männergesundheitsportal der BZgA.

Studien der BZgA

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