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Bei der Suche nach einem Rechtsschutz-Tarif sollten Kunden sich nicht von Extras wie einer telefonischen Rechtsberatung blenden lassen, rät die Stiftung Warentest. Foto: Mascha Brichta

Auch eine gute Rechtsschutzversicherung hilft nicht immer

Berlin (dpa/tmn) - Ein Gerichtsverfahren kostet mitunter viel Geld. Wer dennoch zu seinem Recht kommen will, kann sich mit einer Rechtsschutzversicherung vor diesem Risiko schützen. Bei der Suche nach einer guten Police sollten Kunden aber ganz genau hinsehen.

Auch die beste Rechtsschutzversicherung hilft nicht immer. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von 55 Policen für Nichtselbstständige durch die Experten der Zeitschrift "Finanztest" (Heft 12/2014). So gibt es zum Beispiel keinen umfassenden Rechtsschutz für familien- und erbrechtliche Auseinandersetzungen oder bei Kapitalanlagestreitigkeiten. Wer sich eine Police leisten kann, sollte zu einem der insgesamt 22 "guten" Angebote greifen. Sie bieten eine umfassende Absicherung für wichtige Lebensbereiche. Solche Policen sind laut "Finanztest" ab 222 Euro im Jahr erhältlich.

Bei der Suche nach einem geeigneten Tarif sollten Kunden sich nicht von Extras wie einer telefonischen Rechtsberatung oder Mediation blenden lassen. Denn dabei geht es nach "Finanztest"-Informationen oft darum, den Kunden vom Besuch einer Anwaltskanzlei abzuhalten. Die Juristen an den Hotlines seien für die Versicherungen oft billiger als Rechtsanwälte in einer Kanzlei. Nach Darstellung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) entspricht die telefonische Rechtsberatung aber dem Interesse der Kunden. "Diese wünschen eine rasche und professionelle Hilfestellung und zwar unmittelbar, wenn sie vor einem rechtlichen Problem stehen", erklärt ein GDV-Sprecher. "Welchen Weg die Versicherten am Ende gehen, entscheiden sie selbst."

Diesen Vorteil sieht auch grundsätzlich Michael Sittig von der Stiftung Warentest. "Einfache juristische Fragen lassen sich sicher auch am Telefon klären", erklärt der "Finanztest"-Redakteur. Für kompliziertere Sachverhalte, wie die rechtliche Einschätzung eines Aufhebungsvertrages, sei es aber sinnvoll, eine Kanzlei aufzusuchen.

Auch die Streitbeilegung mit Hilfe eines Mediators gebe es oft am Telefon, erklärt Sittig. "Ein Mediator soll eigentlich neutral bleiben und zwischen beiden Seiten vermitteln." Das sei am Telefon aber nicht immer gewährleistet.

Nach Ansicht des GDV ist die Mediation trotzdem erfolgreich: "Die Erfahrungen der Rechtsschutzversicherer zeigen, dass sich die Parteien meist schnell einigen und ihre Konflikte nachhaltig beilegen können", erklärt der Sprecher. Außerdem seien die Parteien mit der selbst gefundenen Lösung häufig zufriedener als mit richterlichen Entscheidungen. "Denn die Mediation kennt anders als die streitige Auseinandersetzung keine Gewinner und Verlierer."

Rechtsschutzversicherungen im Test

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