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Ersetzen Roboter in Zukunft den Menschen und machen ihn arbeitslos? Experten gehen nicht davon aus. Sie erwarten, dass sich bestehende Jobs durch die Digitalisierung stark verändern. Foto: Arno Burgi

Jobkiller Zukunft?

Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Arbeitswelt

Fabriken voller Roboter, davor Horden von Arbeitslosen - oder ein Wirtschaftswunder mit Jobs für alle? Wie sich die Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt auswirkt, wissen auch Experten noch nicht genau. Für junge Leute gilt daher vor allem: nicht verrückt machen lassen!

Nürnberg (dpa/tmn) - Auch dieser Text könnte von einem Computer geschrieben sein. Glaubt man verschiedenen Experten, werden zahlreiche menschliche Arbeitskräfte künftig durch Roboter oder Computeralgorithmen ersetzt - vom Kfz-Monteur über den Kundenberater bis zum Journalisten.

Doch wie viele und welche Jobs wird die Digitalisierung kosten? Und wie können Studierende und Auszubildende heute sicherstellen, dass es ihren Job in 25 Jahren noch gibt? Unter Digitalisierung verstehen Experten mehrere technische Entwicklungen, darunter Robotik, das Internet der Dinge oder cyber-physische Systeme. Hinter diesem Begriff verbergen sich zum Beispiel intelligente Stromnetze. "Der Überbegriff ist, dass es zunehmend Prozesse gibt, die nicht von Menschen organisiert und permanent kontrolliert werden", erklärt Britta Matthes die Digitalisierung. Sie leitet die Forschungsgruppe Berufliche Arbeitsmärkte am Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Und wo Menschen nichts mehr organisieren und kontrollieren müssen, da werden sie überflüssig. So sehen es zumindest verschiedene Studien, die ein finsteres Bild der Zukunft zeichnen: Das Weltwirtschaftsforum in Davos geht davon aus, dass durch die Digitalisierung weltweit 7,1 Millionen Arbeitsplätze verloren gehen, aber nur 2,1 Millionen neue entstehen. Und eine Studie der Universität Oxford von 2013 sieht in den USA sogar fast die Hälfte der Jobs (47 Prozent) in Gefahr.

Wie sich die Digitalisierung auf den deutschen Arbeitsmarkt auswirken könnte, hat unter anderem die Unternehmensberatung PwC analysiert. Das Ergebnis fällt vergleichsweise positiv aus: Zwar gebe es Branchen, in denen der Bedarf an Arbeitskräften sinken werde - bei Transport und Logistik zum Beispiel um 19 Prozent, im Handel um 17 Prozent. Anderswo werde der Bedarf aber deutlich steigen: im Bereich Technologie, Medien und Telekommunikation zum Beispiel um 11 Prozent.

Und gerade für Hochschulabsolventen gibt es in Zukunft weiter genug Jobs, heißt es in der PwC-Studie: Bis 2030 werden in Deutschland zwei Millionen Akademiker mehr gebraucht - natürlich vor allem, aber nicht nur in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Und auch IAB-Forscherin Britta Matthes hält es längst nicht für gesichert, dass die Digitalisierung wirklich zum großen Jobkiller wird. Grundsätzlich sei es historisch eher so, dass Arbeitsplätze und Berufe durch Umwälzungen wie die Digitalisierung nicht verschwinden. Viel wahrscheinlicher sei, dass sich bestehende Jobs verändern.

Aber selbst dort, wo die Digitalisierung Jobs nur langsam verändert, etwa in manchen Handwerksberufen, macht sie sich bemerkbar. "Auch da gibt es im kaufmännischen Bereich oder im Kundenservice digitale Entwicklungen, die Auszubildende kennen müssen", sagt Prof. Friedrich Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Für junge Leute auf dem Weg ins Berufsleben bedeute das zunächst mehr Arbeit, aber auch bessere Chancen. Denn sogenannte Schlüsselqualifikationen für den Umgang mit digitalen Technologien lassen sich oft auch auf andere Branchen und Berufe übertragen.

Für unentschlossene Berufsanfänger hat die Digitalisierung so auch etwas Positives: Der Wechsel zwischen Jobs und Branchen könnte künftig deutlich leichter sein. Forscherin Britta Matthes rät deshalb Schulabgängern heute mehr denn je, bei der Wahl von Ausbildung oder Studium den eigenen Leidenschaften zu folgen. Das sei auch im Zeitalter der Digitalisierung weiter das Wichtigste.

Studie der Oxford Martin School (PDF)

PwC-Studie zu Folgen der Digitalisierung

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