+
Telefonwerbung nervt und ist verboten. Foto: Julian Stratenschulte

"Wollen Sie von günstigen Tarifen profitieren?"

Telefonwerbung: So reagieren Sie richtig

München - Die Stimme am Telefon verkündet fröhlich: "Sie haben gewonnen!" oder sie fragt: "Wollen Sie von unseren günstigen Tarifen profitieren?" Zwar ist Telefonwerbung verboten - dennoch können Firmen mit Kunden auch telefonisch gültige Verträge abschließen.

Wer am Telefon aufgefordert wird, einen Vertrag abzuschließen, sollte am besten einfach auflegen. "Denn anders als viele Verbraucher denken, sind am Telefon abgeschlossene Verträge gültig", sagt Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Ausnahme: Es handelt sich um die Teilnahme an Gewinnspielen - solche Vereinbarungen sind nur gültig, wenn der Kunde sie schriftlich bestätigt - per Fax, E-Mail oder Brief.

Verboten sind bislang Werbeanrufe ohne Zustimmung. Wer sich jedoch am Telefon zum Beispiel von einem Energieversorger zu einem Vertrag überreden lässt, geht eine gültige Geschäftsbeziehung ein. Doch keine Sorge: "Verbraucher haben die Möglichkeit, den Vertrag innerhalb von zwei Wochen zu widerrufen", sagt Rehberg. Die Verbraucherschützerin rät: "Machen Sie das idealerweise schriftlich mit einem Einwurfschreiben." Denn dann haben Verbraucher im Streitfall auch einen Beweis in der Hand.

Teilweise versuchen anrufende Unternehmen dem Gesprächspartner auch zu suggerieren, ein Vertrag sei zustande gekommen. "Manche Firmen drohen dann damit, sie hätten das Gespräch aufgezeichnet", erzählt Rehberg. So setzen sie Gesprächspartner unter Druck. Auch wenn sich Verbraucher sicher sind, dass sie nichts zugestimmt haben, rät die Verbraucherschützerin: In einem solchen Fall können Verbraucher auch vorsorglich den Vertrag widerrufen.

Obwohl ein Gesetz Werbung am Telefon verbietet, betreiben viele Unternehmen eine offensive Verkaufstaktik. Das zeigt eine bundesweite Online-Umfrage der Verbraucherzentralen. Demnach rufen besonders häufig Gewinnspielbetreiber für Werbezwecke bei Verbrauchern an, dahinter stecken Telefondienstleister und Energieversorger. Die Methode der Anrufer ist fast immer gleich: Sie überrumpeln den Gesprächspartner und drängen ihn zum Vertragsabschluss. Die meisten Verbraucher hatten der Telefonwerbung vorab nicht zugestimmt - der Anruf war demnach rechtswidrig.

An der Umfrage nahmen 5432 Verbraucher im Zeitraum vom 1. Juli 2014 bis zum 30. November 2015 teil - zusätzlich gingen in diesem Zeitraum rund 19 500 Beschwerden bei den Verbraucherzentralen dazu ein.

dpa

Musterbrief: Abwehr einer unberechtigten Forderung

Mitteilung der Verbraucherzentrale Bayern

Auswertung der Online-Umfrage

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wie Sie mit der 80-20-Regel erfolgreicher arbeiten
Schon im 19. Jahrhundert fand ein Wissenschaftler den Schlüssel für ein effektives Zeitmanagement. Die 80-20-Regel darf heute in keinem Coaching mehr fehlen.
Wie Sie mit der 80-20-Regel erfolgreicher arbeiten
Der große Grill-Ratgeber: Grillarten, Tipps, Rezepte
Welcher Grill ist der richtige? Wie funktioniert indirektes Grillen? Alles Wissenswerte rund ums Grillen finden Sie in unserem großen Grill-Ratgeber. 
Der große Grill-Ratgeber: Grillarten, Tipps, Rezepte
Das passiert mit Ihrem Körper, wenn Sie ein Jahr nicht duschen
Einen oder zwei Tage nicht duschen - völlig in Ordnung. Was aber passiert, wenn man sich ein ganzes Jahr lang nicht mehr wäscht?
Das passiert mit Ihrem Körper, wenn Sie ein Jahr nicht duschen
Warum Sie Ihre Bettwäsche viel öfter wechseln sollten
Alle vier oder sechs Wochen die Bettwäsche wechseln? Fehlanzeige. Für Ordnung und Sauberkeit zwischen den Laken müssen Sie sich schon mehr Mühe geben.
Warum Sie Ihre Bettwäsche viel öfter wechseln sollten

Kommentare