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Wolfgang Kast ist Teamleiter für gesundheitlichen Bevölkerungsschutz und Rettungswesen beim Deutschen Roten Kreuz in Berlin. Foto: Deutsches Rotes Kreuz

Bereit für den Ernstfall: Vorrat für 48 Stunden anlegen

Die Bundesregierung will mit einem neuen Konzept die Grundbedürfnisse der Menschen im Fall einer Katastrophe sichern. Doch auch die Verbraucher selbst sind gefragt: Jeder soll zum Beispiel einen Vorrat an Lebensmittel anlegen. Doch wie viel ist wirklich nötig?

Berlin (dpa/tmn) - Die Zahlen beeindrucken: 28 Liter Wasser, 4,9 Kilo Getreideprodukte, 5,6 Kilo Gemüse, 3,6 Kilo Obst, 3,7 Kilo Milchprodukte, 2,1 Kilo Fisch oder Fleisch und 0,5 Kilo Öl soll jeder Verbraucher in seiner Vorratskammer haben.

Mit diesem Grundvorrat soll eine Person 14 Tage lang auskommen, ohne einkaufen gehen zu müssen. So empfiehlt es das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Doch für manche kann die Vorratshaltung ein Problem sein. Denn wo soll zum Beispiel eine fünfköpfige Familie die nötigen 140 Liter Wasser in ihrer Mietwohnung lagern?

"Diese Liste ist nur eine Handlungsempfehlung", sagt Wolfgang Kast, Teamleiter für gesundheitlichen Bevölkerungsschutz und Rettungswesen beim Deutschen Roten Kreuz in Berlin. "Sie ist keine Vorschrift." Jeder Verbraucher sollte die Liste an seine eigenen Bedürfnisse anpassen. Wichtige Fragen und Antworten:

Muss ich überhaupt einen Vorrat anlegen?

"Es gibt immer wieder Situationen, in denen man sich selbst versorgen muss", erklärt Kast. Zum Beispiel, wenn Hochwasser ganze Ortschaften von der Außenwelt abschneidet oder für längere Zeit der Strom ausfällt. "Das Risiko ist aber für jeden anders", gibt Kast zu bedenken. Wer nicht in der Nähe von Flüssen wohnt, müsse nicht unbedingt mit Hochwasser rechnen. "Ein Stromausfall kann mich aber trotzdem treffen." Kast empfiehlt deshalb: "Ich sollte mich mindestens 24 Stunden selbst versorgen können, besser noch 48 Stunden."

Was sollte auf jeden Fall vorhanden sein?

Neben Trinkwasser sei ein Vorrat an haltbaren Lebensmitteln sinnvoll, zum Beispiel Nudeln und Tomatensoße, Konserven oder Mehl, um Brot zu backen. "Auf einen Grill kann man im Zweifel auch einen Topf stellen", ergänzt der Experte. Eine Taschenlampe mit genügend Batterien sei ebenfalls wichtig, um nicht im Dunkeln zu sitzen. "Wenn Sie ein Radio mit Kurbel haben, können Sie im Zweifel auch Nachrichten hören, wenn es keinen Strom gibt."

Wie kann ich mich noch vorbereiten?

Nicht alle Unglücke passieren unvermittelt. Manchmal kündigen sich Katastrophen auch an, zum Beispiel starke Unwetter. In einem solchen Fall sollten sich betroffene Verbraucher gezielt vorbereiten. Ein Tipp: "Füllen Sie in einem solchen Fall die Badewanne mit Wasser", rät Kast. "Das Wasser können Sie dann für viele Dinge nutzen, wenn die öffentliche Wasserversorgung unterbrochen ist."

Ratgeber vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz

Persönliche Checkliste vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz

Vorratskalkulator des Bundeslandwirtschaftsministeriums

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