Ganz in Weiß: Für ihr Berliner Modehaus Kaviar Gauche entwerfen die Designerinnen Alexandra Fischer-Roehler und Johanna Kühl eine eigene Hochzeitskleid-Kollektion. Foto: Robert Schlesinger
1 von 5
Ganz in Weiß: Für ihr Berliner Modehaus Kaviar Gauche entwerfen die Designerinnen Alexandra Fischer-Roehler und Johanna Kühl eine eigene Hochzeitskleid-Kollektion. Foto: Robert Schlesinger
Marie-Theres Fischert hat sich nach ihrer Ausbildung zur Modeschneiderin selbstständig gemacht. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
2 von 5
Marie-Theres Fischert hat sich nach ihrer Ausbildung zur Modeschneiderin selbstständig gemacht. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
Alexandra Fischer-Roehler (r) und Johanna Kühl haben 2004 das Modehaus Kaviar Gauche gegründet, seit 2009 bringen sie jedes Jahr eine Hochzeitskleid-Kollektion heraus. Foto: Kaviar Gauche/Sabrina Weniger
3 von 5
Alexandra Fischer-Roehler (r) und Johanna Kühl haben 2004 das Modehaus Kaviar Gauche gegründet, seit 2009 bringen sie jedes Jahr eine Hochzeitskleid-Kollektion heraus. Foto: Kaviar Gauche/Sabrina Weniger
Marie-Theres Fischert ist gelernte Modeschneiderin und hat sich 2008 mit dem Berliner Maßatelier für Brautkleider und Damenmode "la petite Marie" selbstständig gemacht. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
4 von 5
Marie-Theres Fischert ist gelernte Modeschneiderin und hat sich 2008 mit dem Berliner Maßatelier für Brautkleider und Damenmode "la petite Marie" selbstständig gemacht. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
Modeschneiderin Marie-Theres Fischert entwirft für ihre Kundinnen maßgefertigte Hochzeitskleider. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
5 von 5
Modeschneiderin Marie-Theres Fischert entwirft für ihre Kundinnen maßgefertigte Hochzeitskleider. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

Bridal Couture Designer machen die Braut schön

Der Hochzeitsdress muss für viele Bräute absolut perfekt sein. Doch wer macht eigentlich die Garderobe ganz in Weiß? Bridal Couture Designer ist eine Nische im Modebereich, in die gerade Jungdesigner streben.

Berlin (dpa/tmn) - Wer von einer traditionellen Hochzeit in Weiß träumt, findet am Schaufenster von Marie-Theres Fischert in Berlin Gefallen. Da ist etwa die Puppe links mit dem Hochzeitskleid, das bis zum Knie reicht, die letzten zehn Zentimeter bis zum Saum sind aus Spitze.

Bei der Puppe ganz rechts geht der Rock aus Chiffon bis zum Boden, das Oberteil ist aus einem transparenten Stoff, der teilweise bestickt ist. Das Kleid in der Mitte des Schaufensters gibt es in groß für die Braut, und identisch in klein etwa für das Blumenmädchen. So unterschiedlich die Stile - eins haben die Kleider gemeinsam: Die Modelle sind in Weiß.

Marie-Theres Fischert hat sich 2008 gleich nach ihrer Ausbildung zur Modeschneiderin mit einem Maßatelier in Berlin selbstständig gemacht. Am Anfang machte sie vor allem Hosenanzüge und und Kostüme, Hochzeitskleider nähte sie nur hin und wieder. "Aber ich habe schnell gemerkt, dass mir die Brautkleider am meisten Spaß machen", erzählt sie. Ein Kleid zu entwerfen, dass zur Persönlichkeit der Kundin passt, mache Spaß. Inzwischen sind sie in ihrem Maßatelier zu viert und sie fertigen zwischen 80 und 100 Kleidern pro Jahr an.

Wer im Bereich Bridal Couture arbeiten will, setzt auf eine Nische im Modemarkt - doch auf eine, die wächst, sagt Susannah Carey. Sie ist beim Branchenblatt "Textilwirtschaft" Expertin für das Thema Brautmode und selbst Betreiberin eines Brautmoden-Fachgeschäfts. Lange Zeit hätten Hochzeitskleider ein eher verstaubtes Image gehabt. Doch in den letzten Jahren wandele sich das Bild. "Immer mehr Jungdesigner setzen auf den Bereich", erzählt sie.

Unklar ist, woran das liegt. Die Zahl der Eheschließungen ist seit Jahren relativ konstant. Carey hat trotzdem den Eindruck, dass die Nachfrage an Hochzeitskleidern gestiegen ist. "Es wird wieder häufiger groß und in Weiß geheiratet."

Den Trend beobachten auch die Designerinnen Alexandra Fischer-Roehler und Johanna Kühl. Sie haben 2004 zusammen das Berliner Modehaus Kaviar Gauche gegründet, seit 2009 bringen sie jedes Jahre eine eigene Hochzeitskleid-Kollektion auf den Markt.

Die Mode von Kaviar Gauche tragen Prominente wie Heike Makatsch oder Sibel Kekilli, manchem Fernsehzuschauer sind ihre Hochzeitskleider aus der Fernsehsendung "Germanys Next Topmodels" bekannt. Mittlerweile haben sie Geschäfte in München, Berlin und seit neuestem Düsseldorf. Ursprünglich haben die beiden Modedesign an der Modeschule Esmod in Berlin studiert und sich da kennengelernt.

Bei Kaviar Gauche gab es am Anfang häufig Kleider in Beige oder Puder. Irgendwann kamen die ersten Anfragen von Kundinnen, ob es so eine Art von Kleid wie aus ihrer Kollektion auch als Hochzeitskleid gibt. So machte das Duo die ersten Hochzeitskleider. Die kamen gut an und es entstand mit der Zeit auch die Idee, eine Hochzeitskollektion zu fertigen - für Kühl das "Kleid der Kleider".

Ob der Markt mit den Hochzeitskleidern schon gut besetzt ist oder noch mehr junge Designer aufnehmen kann, mag Carey von der Zeitschrift "Textilwirtschaft" nicht sagen. Maßschneiderin Fischert empfiehlt jedem, der in dem Bereich arbeiten will, eine Lehre zur Schneiderin zu machen. Eine Alternative kann ein Modedesign-Studium sein. Außerdem sollte man Fingerfertigkeit beim Nähen mitbringen, sowie den Willen zur Perfektion. Denn auch kleine Details wie einzelne Knöpfe müssen bei den Hochzeitskleidern stimmen. Was man später verdient, hängt extrem stark davon ab, wie gut sich die Kleider verkaufen. Und eins braucht es natürlich in dem Geschäft auch: Wer so gar nichts mit Romantik anfangen kann, ist da verkehrt.

Berliner Maßschneiderei für Brautkleider

Kaviar Gauche

Karolin Kruger

Magdalena Mayrock

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgesehene Fotostrecken

Karriere
Barkeeper: Vom Berufsrisiko Sucht und der Liebe zur Nacht
"Wie arbeiten Sie denn?" - Jeder Berufstätige kann über seine Zunft eine Geschichte erzählen. Doch die wirklich spannenden Fragen wagen viele nicht zu stellen. Dabei ist …
Barkeeper: Vom Berufsrisiko Sucht und der Liebe zur Nacht
Wohnen
Robust und schnittverträglich: Berberitze als Buchs-Ersatz
Die Berberitze, auch als Sauerdorn bekannt, verträgt es, wenn der Hobbygärtner sie immer wieder zurechtstutzt. Sie ist außerdem anspruchslos und schmückt sich im Herbst …
Robust und schnittverträglich: Berberitze als Buchs-Ersatz
Karriere
Die fünf bestbezahlten Berufe, für die Sie kein Studium brauchen
Sie wollen auch ohne Studium gutes Geld verdienen? Dann werfen Sie einen Blick auf diese fünf Ausbildungsberufe, die mit einem dicken Gehaltsscheck locken.
Die fünf bestbezahlten Berufe, für die Sie kein Studium brauchen
Genuss
Die Spitzenküche sucht Qualität vor Ort
Pilze, Honig, Sellerie: Immer tiefer dringt die Kochkunst-Avantgarde in die Geheimnisse von vermeintlich banalen Zutaten ein, um neue Geschmackserlebnisse zu kreieren. …
Die Spitzenküche sucht Qualität vor Ort

Kommentare