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Buchtipp: „Butter“ von Asako Yuzuki – Krimi nach wahrer Begebenheit

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Von: Sven Trautwein

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Journalistin Rika sucht die Serienmörderin Manako Kajii im Gefängnis für ein Interview auf. Kann der japanische Kriminalroman überzeugen? Mein Buchtipp.

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Rika hat als ehrgeizige Journalistin nur ihre Karriere im Kopf. Aus Männergeschichten macht sie sich nicht viel. Denn nicht nur die Zeit ist knapp. Sie interessiert sich für Manako Kaji, die mutmaßlich drei Männer umgebracht haben soll. Nun sitzt sie ihre lebenslange Haftstrafe ab und träumt sich in die Welt zurück, die sie einmal im wahrsten Sinne des Wortes genossen hat: Butter.

Asako Yuzuki „Butter“: Über das Buch

Cover zum Kriminalroman „Butter“ von Asako Yuzuki
„Butter“ – Kriminalroman von Asako Yuzuki © Blumenbar Verlag

Rika, eine junge Journalistin in Tokio, recherchiert über die Serienmörderin Manako Kajii, die Männer mit ihren Kochkünsten verführt und anschließend umgebracht haben soll. Manako behauptet, sie verabscheut nichts mehr als „Margarine und Feministinnen“ und hat eine ausgeprägte Leidenschaft für hemmungslosen Genuss und insbesondere Butter. Jetzt, wo sie im Gefängnis sitzt, empfängt sie Rika, unter der Bedingung, nur über ihre Kochkünste zu reden. Für Rika werden die Begegnungen mit Manako zu einer Meisterklasse der Lebenskunst.

Blumenbar Verlag

Rika wird auf Manakos Blog aufmerksam. Viele Tausend Follower lesen dort über Genusswelten, teilen die Rezepte und tauschen sich über die beste Butter aus. Dieses ist auch eines der Leitmotive in dem japanischen Kriminalroman. Gleich zu Beginn des Krimis wird erwähnt, dass es kaum Butter zu kaufen gibt. Nur in exquisiten Feinkostgeschäften ist sie derzeit zu bekommen. Für Manako Kajii gehört Butter jedoch zu einer guten Küche dazu. Mit Margarine oder anderem Butterersatz aus künstlichen Fetten kann sie nichts anfangen. Dies macht sie auch Rika bei den ersten Gesprächen deutlich. Nach und nach verfällt Rika den Erzählungen. Rika, die selbst nicht kochen kann, versucht sich an einfachen Rezepten.

Asako Yuzuki „Butter“: Patriarchales Japan

Rika ist eingebunden in traditionelle japanische Lebensentwürfe und Abläufe Frauen haben schlank zu sein und sich unterzuordnen. Manako drückt es so aus, dass Frauen es als „gottgegeben“ anzusehen haben, für die Männer da zu sein und zu kochen. Als Rika die Möglichkeit erhält, ein Interview mit der Serienmörderin zu machen, merkt sie, dass sie ihre eigene Rolle nicht mehr spielen mag. Schrittweise befreit sie sich aus den Fesseln, beginnt zu kochen, nimmt an Gewicht zu und macht sich auf die Suche nach ihrem inneren Ich. Hinweise auf das Schlankheitsideal, unselbstständige Männer, die nicht kochen und für sich selbst sorgen können, sind immer wieder geschickt in die Geschichte eingewoben.

Im Verlauf der Geschichte wird mir als Leser nicht klar, ob Manako die Männer wirklich umgebracht hat. Auch der Journalistin Rika geht es so. Sie fühlt sich auf der einen Seite zur Serienmörderin in gewisser Weise hingezogen, auf der anderen Seite genauso aber abgestoßen. Sie ist ihren Gefühlen ausgeliefert, mit allen Höhen und Tiefen. Da es in „Butter“ vornehmlich um Rikas Persönlichkeitsentwicklung geht als um die Aufklärung der Mordfälle, ist es für mich kein klassischer Krimi.

Asako Yuzuki „Butter“: Mein Fazit

Ich brauchte ein wenig Eingewöhnung. Das lag hauptsächlich an den sehr ausführlichen Essenszubereitungen der japanischen Gerichte, bei denen ich mich nicht auskannte. Bisher war ich, was Krimis angeht, in den letzten Jahren eher skandinavisch orientiert. Lässt man sich auf das Buch ein, macht der Roman wirklich Lust, das eine oder andere Gericht nachzukochen. Und es macht Appetit auf mehr.

Asako Yuzuki „Butter“

Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe

2022, Blumenbar Verlag / Aufbau Verlag ISBN-13 978-3-351-05098-6

Preis: Hardcover 23 €, E-Book 16,99 €, 442 Seiten (abweichend vom Format) – Jetzt bestellen (werblicher Link)

Asako Yuzuki

Asako Yuzuki wurde 1981 in Tokio geboren. Sie wurde für ihr Schreiben vielfach ausgezeichnet. Ihr Roman „Butter“ ist in Japan ein Bestseller und verkaufte 200 000 Exemplare. Er erscheint weltweit in zehn Sprachen.

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