Kind und Vater
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Ob Ratschläge oder gut gemeinte Tipps: In Sachen Kindererziehung mischt man sich besser nicht ein, wenn es nicht die eigenen Kinder sind. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Expertin rät

Darf ich mich in die Erziehung fremder Kinder einmischen?

Ihnen tut die Nachbarin leid, weil ihr das Kind auf der Nase herumtanzt? Und auch der Vater, der im Bus von seinem Sohn fies beschimpft wird? Sollte man sich einmischen? Das rät eine Expertin.

Neuruppin (dpa/tmn) - Ob an der Supermarktkasse, im Zug oder auf dem Spielplatz: Wenn sich ein wildfremdes Kind daneben benimmt und vielleicht sogar frech auf seine Mutter oder den Vater reagiert, möchte man am liebsten einschreiten und dem Kind mal ein paar Takte erzählen. Das könnte ja den Eltern vielleicht sogar helfen. Oder?

«Dass Eltern einen geradezu hilfesuchend anschauen, ist eher selten», sagt die Erziehungsexpertin Nicola Schmidt. Die Bestsellerautorin («Erziehen ohne Schimpfen») hat es auch schon selbst erlebt, dass eine gut gemeinte Einmischung eher nach hinten losgeht. «Das setzt Eltern zusätzlich unter Stress, was das Kind dann ausbaden muss, wenn man erstmal weg ist», schildert Schmidt ihre Erfahrungen.

Selbst wenn man das Gefühl hat, sich ein Nachbarskind mal zur Brust nehmen oder den Eltern ein paar Ratschläge erteilen zu wollen, sollte man dem Gefühl nicht nachgeben. Schmidt, selbst zweifache Mutter, sagt ganz klar: «Keine Beratung ohne Auftrag!» Auch wenn es schwer fällt, sei es besser, das geflügelte Wort «Lerne schweigen, ohne zu platzen!» zu beherzigen.

Einen Tipp hat Nicola Schmidt aber trotzdem: «Wenn Kinder ein Kind zurechtweisen - das funktioniert oft hervorragend und bewirkt wahre Wunder.»

© dpa-infocom, dpa:210128-99-204252/2

Webseite Nicola Schmidt

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