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Schon zwei Studierende sind eine Lerngruppe: Im Team mit mehreren Kommilitonen büffelt es sich oft am besten - zu viele sollten es aber nicht sein. Foto: Jens Kalaene

Durchsetzen und zuhören: Lerngruppen schulen die Soft Skills

Klausurvorbereitung, Übungszettel, Referate: Oft lernen Studierende nicht alleine, sondern gemeinsam mit Kommilitonen. Im besten Fall schult eine Lerngruppe dabei nicht nur das Fachliche, sondern auch andere Fähigkeiten. Zu groß darf sie aber nicht sein.

Gießen (dpa/tmn) - Egal wie viel man auch büffelt - manche Theorien, Beweise oder Zusammenhänge wollen einfach nicht in den Kopf. Eine gute Lerngruppe kann da die letzte Rettung sein.

"Mit mehreren Leuten betrachtet man den Stoff aus verschiedenen Perspektiven", erklärt Stella Asch vom Nachhilfe-Institut "Die Lernexperten" in Gießen. "Im Idealfall bekommt man so ein ganz neues Verständnis der Themen."

Das gilt vor allem dann, wenn Studierende ein Thema in der Gruppe selbst erklären müssen: Denn das klappt in der Regel nur, wenn man etwas wirklich verstanden hat. So verbessern Mitglieder einer Lerngruppe nicht nur ihr Fachwissen, sondern auch ihre Soft Skills. "Klares Kommunizieren ist eine wichtige Fähigkeit, unabhängig vom Stoff", sagt Asch. "Und im Team arbeiten zu können, ist in vielen Jobs ebenfalls ganz wichtig."

Studierende finden auf diesem Weg schon in der Lerngruppe heraus, wie sie sich in der Gruppe durchsetzen können, wie sie die Arbeit mit mehreren Leuten organisieren, wie gut sie zuhören oder wie man Konflikte sauber löst. Und wer gemeinsam ein Referat erarbeitet, kann sich schon vor dem großen Auftritt Feedback zur Vortragstechnik holen.

Voraussetzung ist allerdings, dass die Gruppe nicht zu groß ist. Zwei bis vier Mitglieder hält Expertin Asch für eine gute Lösung, fünf oder sechs seien auch noch in Ordnung. Bei noch größeren Gruppen geht der Einzelne aber schnell unter. Ein ruhiger Raum ohne Ablenkungsmöglichkeiten hilft beim konzentrierten Arbeiten, im Idealfall gibt es sogar eine Tafel oder ein Flip-Chart zum Kritzeln. "Das ist dann aber schon die Luxusvariante", sagt Asch.

Wichtig ist außerdem, dass die Mitglieder gut vorbereitet sind - nicht nur organisatorisch, auch fachlich. "Man muss den Stoff schon vor dem Treffen einmal durcharbeiten", rät Asch. "Ansonsten weiß ich nicht, wo meine Stärken und wo meine Schwierigkeiten liegen."

Eventuell liegen diese Stärken auch außerhalb der Gruppe: Auch das kann eine wichtige Erkenntnis sein. "Es gibt halt Teamplayer, und es gibt Einzelkämpfer", sagt Asch. Wer besser alleine lernt, sollte das auch tun, rät die Expertin - ganz lassen sich Gruppenreferate und Projektarbeiten in den meisten Studiengängen aber nicht umgehen.

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