Der Lohn der Mühen: Bis ein Stein so funkelt wie dieser Amethyst muss Edelsteinschleiferin Lea Übel jede Menge Arbeit investieren. Foto: Thomas Frey/dpa-tmn
1 von 10
Der Lohn der Mühen: Bis ein Stein so funkelt wie dieser Amethyst muss Edelsteinschleiferin Lea Übel jede Menge Arbeit investieren. Foto: Thomas Frey/dpa-tmn
Lea Übel und ein geschliffener Amethyst: Die 20-Jährige macht bei der Firma Groh und Ripp in Idar-Oberstein eine Ausbildung zur Edelsteinschleiferin. Foto: Thomas Frey/dpa-tmn
2 von 10
Lea Übel und ein geschliffener Amethyst: Die 20-Jährige macht bei der Firma Groh und Ripp in Idar-Oberstein eine Ausbildung zur Edelsteinschleiferin. Foto: Thomas Frey/dpa-tmn
Arbeit am Schmuckstück: Hier schleift Lea Übel einen sogenannten Lagestein in einen Goldring ein. Die 20-Jährige macht in Idar-Oberstein eine Ausbildung zur Edelsteinschleiferin. Foto: Thomas Frey/dpa-tmn
3 von 10
Arbeit am Schmuckstück: Hier schleift Lea Übel einen sogenannten Lagestein in einen Goldring ein. Die 20-Jährige macht in Idar-Oberstein eine Ausbildung zur Edelsteinschleiferin. Foto: Thomas Frey/dpa-tmn
Ein Stein für einen Ring: Edelsteinschleiferinnen arbeiten nicht nur mit Diamanten und Saphiren, sondern auch mit den passenden Schmuckstücken - hier zum Beispiel einem Goldring. Foto: Thomas Frey/dpa-tmn
4 von 10
Ein Stein für einen Ring: Edelsteinschleiferinnen arbeiten nicht nur mit Diamanten und Saphiren, sondern auch mit den passenden Schmuckstücken - hier zum Beispiel einem Goldring. Foto: Thomas Frey/dpa-tmn
Für die Ewigkeit? Auch das Verzieren von Hochzeits- und Verlobungsringen gehört zum Job einer Edelsteinschleiferin. Foto: Thomas Frey/dpa-tmn
5 von 10
Für die Ewigkeit? Auch das Verzieren von Hochzeits- und Verlobungsringen gehört zum Job einer Edelsteinschleiferin. Foto: Thomas Frey/dpa-tmn
Polieren bis es blitzt: Unbearbeitet sehen Edelsteine wie dieser Jadestein eher unspektakulär aus - erst die Arbeit eines Edelsteinschleifers entlockt ihnen den typischen Glanz. Foto: Thomas Frey/dpa-tmn
6 von 10
Polieren bis es blitzt: Unbearbeitet sehen Edelsteine wie dieser Jadestein eher unspektakulär aus - erst die Arbeit eines Edelsteinschleifers entlockt ihnen den typischen Glanz. Foto: Thomas Frey/dpa-tmn
Genau hinsehen: Angehende Edelsteinschleiferinne brauchen einen scharfen Blick, auch für kleinste Fehler und Ungenauigkeiten. Foto: Thomas Frey/dpa-tmn
7 von 10
Genau hinsehen: Angehende Edelsteinschleiferinne brauchen einen scharfen Blick, auch für kleinste Fehler und Ungenauigkeiten. Foto: Thomas Frey/dpa-tmn
Auch die Auswahl der passenden Materialien gehört zum Job von Edelsteinschleiferin Lea Übel. Foto: Thomas Frey/dpa-tmn
8 von 10
Auch die Auswahl der passenden Materialien gehört zum Job von Edelsteinschleiferin Lea Übel. Foto: Thomas Frey/dpa-tmn

Bis es funkelt

Edelsteinschleifer brauchen Geduld und Gefühl

Edelsteinschleifer bringen Smaragde, Saphire und Rubine in die gewünschte Form. Oft sorgen sie mit ihrer Arbeit erst dafür, dass die Klunker so glitzern und funkeln, wie es der Käufer erwartet. Dafür brauchen sie Geschick, Geduld - und einen Sinn für Technik.

Idar-Oberstein (dpa/tmn) - Auf den richtigen Schliff kommt es an. Das weiß Lea Übel. Die 20-Jährige absolviert eine Ausbildung zur Edelsteinschleiferin bei der Firma Groh und Ripp in Idar-Oberstein.

Täglich bearbeitet sie nach Kundenvorgaben Smaragde, Saphire, Rubine und andere Steine. "Das ist Feinarbeit, für die man viel Geduld mitbringen muss", sagt Übel. Angehende Edelsteinschleifer benötigen ein ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen, Fingerfertigkeit und die Gabe, gut beobachten zu können. "Man braucht ein geschultes Auge, um zum Beispiel das Material exakt auf Risse und Einschlüsse zu prüfen und zu bearbeiten und um aus den Rohstoffen herausragende Produkte herzustellen", sagt Jörg Lindemann. Er ist Geschäftsführer des Bundesverbandes der Edelstein- und Diamantindustrie.

Ein Sinn für Schönheit und gestalterische Fantasie sind ebenfalls ein Muss – etwa dann, wenn es um die Auswahl der Edelsteine geht oder um das Entwerfen von Schmuckstücken nach Kundenwunsch. "Wichtig ist, jedes Stück mit Einfühlungsvermögen zu bearbeiten", erklärt Lindemann. Ein Nebeneffekt der ganzen Arbeit: "Man lernt den Wert von Schmuck sehr zu schätzen", sagt Übel.

Die Ausbildung zum Edelsteinschleifer wird derzeit neu geordnet, erklärt Brigitte Seyfried vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Ein Grund für die Änderungen ist der technische Fortschritt: So werden Edelsteine zum Beispiel zunehmend mit computergesteuerten Maschinen bearbeitet.

Die Neuordnung tritt voraussichtlich zum 1. August 2018 in Kraft. Schon jetzt benötigen Bewerber und Azubis aber ein gutes technisches Verständnis, um Edelsteine maschinell oder mit dem Laser bearbeiten zu können. Das ist auch Thema in der Berufsschule - neben weiteren Informationen über kostbare Steine natürlich. "Faszinierend ist, wie viele unterschiedliche Edelsteine es gibt und welche Farbenspiele mit dem Schleifen erzielt werden können", sagt Übel.

Ein klassischer Arbeitstag für einen Edelsteinschleifer sieht so aus: Die Fachkräfte schauen sich vorliegende Kundenbestellungen an und sichten dann die Rohsteine. Anschließend werden die Stücke je nach Verwendung zerteilt oder in Form gebracht. Gibt es Unebenheiten oder Risse, müssen sie weggeschliffen werden. Erst dann wird der Stein genau in die vom Kunden gewünschte Form und Größe gebracht.

Nach dem Schleifen wird der Stein poliert. Das Cabochonieren, das Rundschleifen eines Steins, gehört ebenfalls zu den Tätigkeiten von Edelsteinschleifern. Außerdem schleifen sie den Stein in die Fassung eines Schmuckstücks hinein. Und natürlich gehört zu den Aufgaben eines Edelsteinschleifers auch die Kundenberatung.

Die Vergütung ist je nach Ausbilder unterschiedlich. Im Handwerk sind Edelsteinschleifereien tariflich nicht gebunden. Lindemann verweist auf eine befragte Schleiferei, die zwischen 650 Euro monatlich im ersten und 750 Euro im dritten Ausbildungsjahr zahlt. In der Schmuck-, Uhren- und Edelmetallindustrie beträgt die Ausbildungsvergütung laut Bundesagentur für Arbeit zwischen 994 Euro pro Monat im ersten und 1150 Euro im dritten Ausbildungsjahr.

Nach der Ausbildung sind Edelsteinschleifer in klassischen Schleifereien, aber teilweise auch in der Schmuckindustrie tätig. Das Einstiegsgehalt liegt oft zwischen 2000 und 2500 Euro, erklärt Lindemann. Und wer sich beruflich weiterentwickeln möchte, kann den Meister machen oder den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Lea Übel möchte aber erst einmal ihre Ausbildung zu Ende bringen und dann Berufserfahrungen sammeln: "Ein bestimmtes Karriereziel habe ich noch nicht, ich lasse alles auf mich zukommen", sagt sie.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgesehene Fotostrecken

Karriere
Wie werde ich Hebamme/Entbindungspfleger?
Hebammen haben einen erfüllenden, aber sehr fordernden Beruf. Der Kontakt zu den werdenden Eltern ist extrem intim. Die Arbeitszeiten erfordern Flexibilität, die …
Wie werde ich Hebamme/Entbindungspfleger?
Karriere
Im Job Treppe statt Aufzug nehmen und weniger drucken
Müll vermeiden, Wasser sparen, Licht ausschalten: Viele Menschen versuchen, zu Hause möglichst nachhaltig zu leben. Das ist auch am Arbeitsplatz möglich. Viel kommt …
Im Job Treppe statt Aufzug nehmen und weniger drucken
Wohnen
Wie kann man Gräber schön und frostfest schmücken?
Zu den Gedenktagen an die Verstorbenen im Oktober und November rückt der Friedhof verstärkt ins Bewusstsein. Gerade dann wird aber die Natur sowieso schon kahler und …
Wie kann man Gräber schön und frostfest schmücken?
Genuss
So zaubern Sie aus Maronen ein leckeres Gericht
Heiße Maronen kennen viele nur vom Weihnachtsmarkt. Dabei lohnt es sich, die Früchte auch zu Hause zuzubereiten. Sie sind der ideale Begleiter zu Pasta oder als …
So zaubern Sie aus Maronen ein leckeres Gericht