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Immer mehr Deutsche wünschen sich, dass sie selbst darüber bestimmen können, was mit der Totenasche von Angehörigen geschieht. Foto: Sophia Kembowski/dpa

Umfrage bei Bundesbürgern

Eine Mehrheit ist für freieren Umgang mit Totenasche

Bis jetzt war der Verbleib von Totenasche in Deutschland gesetzlich streng geregelt. Doch die meisten Bundesbürger sind für eine Liberalisierung im Umgang mit den sterblichen Überresten.

Königswinter (dpa) - Eine klare Mehrheit der Bundesbürger befürwortet einer Umfrage zufolge einen liberaleren Umgang mit der Asche von Toten. Die Befragung wurde von Aeternitas in Auftrag gegeben, einer Verbraucherinitiative zur Bestattungskultur in Königswinter.

Demnach wäre mehr als zwei Drittel (71 Prozent) der Befragten damit einverstanden, wenn geringe Mengen der Asche für Schmuckstücke oder Erinnerungsgegenstände genutzt werden.

Mehrere Bundesländer hätten es in letzter Zeit abgelehnt, die Entnahme kleiner Mengen Totenasche aus Urnen zu legalisieren, teilte Aeternitas am Dienstag in Königswinter bei Bonn mit. Vielfach bestehe der Wunsch, die Asche in Amulette zu füllen oder zur Herstellung von Erinnerungsgegenständen wie Glasskulpturen oder Diamanten zu verwenden. Beides finde bereits statt - heimlich oder auf dem Umweg über das Ausland, wo die Vorschriften meist lockerer seien.

Einstellung zur Totenruhe im Wandel

Auch bei der Umbettung von Urnen widersprach die Mehrheit demnach den gesetzlichen Vorschriften. Derzeit reiche den Behörden etwa der Wunsch der Angehörigen, ein Grab näher an ihrem Wohnort besuchen zu können, meist nicht als Begründung für eine Verlegung aus. 69 Prozent der Befragten seien jedoch dafür, dass die Umbettung einer Urne auf Wunsch der Hinterbliebenen immer erlaubt sein sollte - sofern der Wille des Verstorbenen nicht dagegen spreche.

"Einstellungen zu Fragen von Pietät und Totenruhe verändern sich mit der Zeit", sagte der Aeternitas-Vorsitzende Christoph Keldenich. "Sie passen sich an die Bedürfnisse einer mobilen Gesellschaft an, in der sich traditionelle Familienstrukturen zunehmend auflösen." Darauf müsse der Gesetzgeber reagieren.

Pressemitteilung Aeternitas

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