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Das Wetter an Weihnachten wird in diesem Jahr grün bis grau. Foto: Arne Dedert

Es ist amtlich: Weiße Weihnacht fällt aus

In diesem Jahr gibt es definitiv keine weiße Weihnacht. An Heiligabend und den Feiertagen danach wird bei Temperaturen bis 13 Grad eher ein Frühlingslüftchen wehen. Unabhängig von Weihnachten treibt der milde Winter derzeit ganz eigene Blüten. Ein paar Beispiele:

Berlin (dpa) - Auch wenn viele Deutsche darauf hoffen: Meteorologen sind sich einig, dass es in diesem Jahr wohl keine weiße Weihnacht geben wird. Dieser Dezember hat beste Aussichten, der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen zu werden. Der milde Winter hat so einige Nebenwirkungen.

Natur: "Die eine oder andere Obstblüte hat sich schon blicken lassen", erklärt Biologe Dennis Klein vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). In Berlin wurden beispielsweise blühende Kirschbäume gesichtet. "Es ist tatsächlich hauptsächlich die Temperatur, die das bewirkt", sagt Klein. Einziger Wermutstropfen: Im Frühjahr dürften dadurch entsprechend weniger Blüten an den Obstbäumen sitzen.

Tiere: Warum in die Ferne schweifen, wenn es zu Hause warm ist? Manche Zugvögel wie etwa Störche sparen sich zum Teil den Weg nach Afrika und bleiben hier. Das hat zumindest indirekt mit dem milden Wetter zu tun, wie Kai-Michael Thomsen vom Naturschutzbund Nabu erklärt. "Es ist nicht so, dass die Störche erkennen: Hier ist es mild, wir bleiben hier. Sie bleiben aus anderen Gründen hier und stellen dann fest: Es funktioniert." Wenn kein oder kaum Schnee liege, fänden sie beispielsweise genug Futter.

Auch Kraniche haben sich an die milderen Temperaturen mit weniger Schnee angepasst, heißt es am Kranich-Informationszentrum im brandenburgischen Groß-Mohrdorf. Auf abgeernteten Feldern ohne geschlossene Schneedecke fänden sie genug Nahrung. Entweder zögen sie nur in südeuropäische Länder oder blieben gleich in Deutschland.

Streusalz: Für Hersteller von Streusalz sind es jetzt hingegen schlechte Zeiten. "Wir sind auf einen guten Winter angewiesen", betont der kaufmännische Leiter des Salzbergwerks im baden-württembergischen Haigerloch, Frank Joppen. Ein guter Winter bedeutet für ihn tagsüber Nieselregen und nachts zwei bis drei Grad minus. "Wetter, das sonst keiner haben will."

Glühwein: Auf Kälte hofft man allerdings auch auf Weihnachtsmärkten. "Dass die Temperaturen zurzeit den Glühweinständen nicht besonders entgegenkommen, das ist klar", sagt der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Schausteller und Marktkaufleute, Hans-Peter Arens. Konkrete Zahlen hat der Verband nicht. So mancher Budenbetreiber verkaufe dieser Tage aber einfach mehr kaltes Bier als heißen Wein.

Handel: Auch dem Handel kommt das Wetter nicht entgegen. "Wintermode wird dann gekauft, wenn es wirklich kalt draußen ist", sagt Kai Falk vom Handelsverband Deutschland. "Der Textilhandel leidet schon sehr unter den milden Temperaturen." Allein im November seien die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um etwa 5 Prozent zurückgegangen. Für Schnäppchenjäger könnten das allerdings gute Nachrichten sein: Die Chancen auf Rabatte im Frühjahr steigen.

Wintersport: Selbst in Bayern ist nur in wenigen hochgelegenen Skigebieten der Betrieb angelaufen. In den Mittelgebirgen wird es nicht kalt genug für Schnee, so etwa im Skigebiet Willingen im hessischen Teil des Rothaargebirges. "Wir warten geduldig, bis es kalt wird und schneit", sagt Seilbahnbetreiber Jörg Wilke. "Das ist bei aller Technik eben immer noch eine Natursportart." Im vergangenen Jahr sei der erste Ski-Tag auch erst Ende Dezember gewesen. "Und danach sind wir noch drei Monate gefahren."

Wetter:Um 5 Grad über dem Normalwert lagen die Temperaturen zuletzt, wie die Meteorologen der Freien Universität Berlin mitteilen. Demnach dürfte der Winter auch mild bleiben: Das gilt als wahrscheinlich, wenn in der ersten Dezember-Hälfte die Temperaturen um 2,5 Grad über dem durchschnittlichen Normalwert liegen und das Wetter durch Tiefs aus Westen bestimmt wird. Beides erfüllt der aktuelle Monat.

Zugrouten der Störche

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