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Vorbildliche kleine Radlerin: Der Fahrradhelm sollte waagerecht auf dem Kopf sitzen und der Kinnriemen geschlossen sein. Foto: Silvia Marks/dpa-tmn

Waagerecht und nicht wackelig

Fahrradhelme müssen gut sitzen

Fahrradhelme können bei Unfällen die Gefahr von schweren Verletzungen reduzieren. Doch damit sie ihre Funktion gut erfüllen, können beim Kaufen und Tragen ein paar Tipps helfen.

Bonn (dpa/tmn) - Ein Fahrradhelm schützt nur richtig, wenn er gut sitzt und genau passt. Mal eben blind im Internet den neuen Kopfschutz zu ordern, sei daher keine gute Idee, warnt Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR).

Er rät, ins Fachgeschäft zu gehen und dort die Helme zu probieren. Dafür sollten sich Radler ausreichend Zeit nehmen. Denn es komme darauf an, dass der Helm sich angenehm beim Tragen anfühlt: "Da sollte nichts wackeln oder scheuern", sagt Rademacher. Mit dem Kopfring lässt er sich dann noch weiter justieren, bis er fest sitzt. Bei geschlossenem Kinnriemen sollte hier zwischen Kinn und Riemen immer noch ein Fingerbreit Platz sein.

Entsprechende Vergleiche, etwa vom ADAC oder der Stiftung Warentest, könnten vorab eine gewisse Orientierung geben. Und je besser der Helm dem Träger gefalle, desto eher und mehr werde er getragen.

Diese Hinweise gelten sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Im Alltag sollten Eltern aber bei jeder Fahrt genau darauf achten, dass Kinder den Helm richtig tragen. Er muss waagerecht auf dem Kopf sitzen. "Und nicht in den Nacken geschoben oder in die Stirn gezogen", sagt Rademacher. Meist sei er zu weit in den Nacken gezogen, wodurch er keine optimale Schutzfunktion mehr biete.

Auch der Kinnriemen ist stets zu schließen. Nach dem Radeln ist nicht zu vergessen, dass Kinder ihn etwa auf dem Spielplatz abnehmen, um sich nicht zu verheddern. Und: "Eltern sollten mit guten Beispiel voranfahren und selbst Helm tragen."

Von gebrauchten Helmen etwa aus dem Internet oder vom Flohmarkt rät Radermacher dringend ab. Auch wenn sie unbeschädigt aussehen - Haarrisse im Innern nach Stürzen zum Beispiel lassen sich nicht ausschließen. Spätestens nach rund fünf Jahren sollten Radler ihren Helm auch ohne einen Sturz wegen der Materialermüdung austauschen.

Immer mehr junge Fahrradfahrer tragen Helm

Jugendliche tragen beim Fahrradfahren immer häufiger einen Helm. Das hat eine repräsentative Verkehrsbeobachtung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) ergeben. Bei den 11- bis 16-Jährigen habe sich die Helmquote im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2015 von 29 auf 34 Prozent erhöht.

Bei Kindern im Alter zwischen sechs und zehn Jahren sei die Quote mit 76 Prozent konstant hoch. "Fahrradfahren wird immer beliebter ­ das Fahrradhelm-Tragen zum Glück auch", sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in Berlin.

Um auch Senioren zu ähnlich verbreitetem Helmtragen zu motivieren, startet das Ministerium zusammen mit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat die Aktion "Du bist mir nicht egal!". Kinder können sich bei der Aktion für einen Gratis-Helm für ihre Eltern oder Großeltern bewerben. "Ältere Radfahrer sind besonders gefährdet im Straßenverkehr", sagte DRV-Präsident Walter Eichendorf. Die Helmquote sei bei ihnen aber gering. Bei den 41- bis 60-Jährigen ging sie von 20 auf 17 Prozent zurück.

Helmträger kommen bei Unfällen laut einer Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) eindeutig besser weg. Sie erleiden deutlich weniger schwere Kopfverletzungen.

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