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Fasching kann heißen: möglichst viel Verkleidung. Oder es kann heißen (wie auf diesem Bild aus dem Bayerischen Hof im Jahr 1969): möglichst wenig Kleidung. Unter den Gästen an diesem Abend: Schauspieler Fritz Wepper (vorn, 2. v. r.).
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Einfach großartig: Simpl-Wirtn ­Toni Netzle mit Zirkusclown Klein Helmut beim Krone-Faschingsball 1971.
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Heißer Tanz: Primaballerina Margot Werner beim „Schwanensee“ mit tz-Redakteur Maurus Pacher im Nationaltheater.
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Zur Sache, Schätzchen! Schauspielerin Uschi Glas mit Begleiter beim Pucci-Ball 1970 im Bayerischen Hof.
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Foto aus dem Jahr 1970: Nicht, dass die anderen Damen da ins Hintertreffen geraten – bei einer derart freizügigen Darbietung...
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Die Vorstadthochzeit 1978: Feinkost-König Gerd Käfer (v. l.), FC-Bayern-Schatzmeister Willi O. Hoffmann und Wirt Richard Süßmeier.
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Modezar? Pah – Märchenkönig! Rudolph Moshammer alias Ludwig II. bei der Vorstadthochzeit im Jahr 1982.
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Da schaut der Kini: Auch beim König-Ludwig-Ball 1971 im Haus der Kunst gab’s nackte Tatsachen.

Frivoles Treiben

Der nackte Wahnsinn: So war der Münchner Fasching früher

München - Vier Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs kamen die ersten Faschingsbälle wieder in Schwung – und die Münchner trauten sich 1949 auch wieder maskiert auf die Straße. Das zeigt uns tz-Fotograf und Autor Heinz Gebhardt im dritten und letzten Teil seiner großen Faschingsserie.

Unfassbar: Bei den Faschingszügen marschierten damals als Hitler maskierte Münchner mit Hakenkreuzfahne als offizielle Teilnehmer durch die Maximilianstraße (nicht, weil sie Alt-Nazis gewesen wären, sondern um sich lustig zu machen). „Wieder waren die Einzelgänger die Stimmungskanonen. Unter den Mitläufern, die doch wirklich eine echte SA-Uniform gefunden hatten, grüßte Hitler persönlich in gewohnter Weise zu den Fenstern hinauf“, so am 5. Februar 1951 der Münchner Merkur zu einem Foto, auf dem ein als Hitler verkleideter Mann im Faschingszug marschiert.

Fotograf Rudi Dix dokumentierte auch zahlreiche tanzende Hitler-Figuren auf Bällen und erzählte später, dass die Münchner darüber geschmunzelt hätten, vielen das Lachen dann aber doch im Halse stecken geblieben sei.

In den wilden 70ern wehte ein etwas anderer Wind – die Hüllen fielen! Ende der 60er hatten sich die Faschingszüge quer durch die Stadt totgelaufen und die Faschingshochburgen in dröhnende Beat-Schuppen verwandelt. „Noch nie so teuer, so laut, so nackt“ titelte 1971 die tz, die damals selbst berühmt-berüchtigte Faschingsbälle im Regina-Palast-Hotel am Maximiliansplatz veranstaltete. Dort ging es so heiß her, dass um Mitternacht der Ballsaal an ein FKK-Gelände erinnerte.

Zu dieser Zeit gingen viele nahezu nackert, ­viele aber auch aufwendig kostümiert zu den Bällen. Rudolph Moshammer († 64) etwa zog im Hermelin und weiß-blauer Uniform als Ludwig II. ein – flankiert von den „Hofdamen“ Gerd Käfer (82) und Richard Süßmeier (84). Simpl-Wirtin Toni Netzle (84) rauschte derweil im Spitzenballkleid mit Zirkusclown „Klein Helmut“ durch den Saal.

Eine der größten Lachnummern war am Faschingsdienstag 1971 eine Ballettaufführung im Nationaltheater, wobei tz-Redakteur Maurus Pacher mit Primaballerina Margot Werner († 74) Tschaikowskys kompletten Schwanensee tanzte und am Ende vor Erschöpfung zusammensackte. Klicken Sie sich oben durch die Fotostrecke!

Quelle: tz

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